HMS Bergbau Aktie: Minenstart schlägt fehl?

Der Handel prägte das erste Halbjahr; für Maatla und HRV stellt das Management im zweiten Halbjahr 6 bis 7 Millionen Euro EBITDA in Aussicht.

Die Kernpunkte:
  • IFRS-Umsatz steigt auf 1,1 Milliarden Euro
  • Bereinigtes EBITDA erreicht 14,1 Millionen Euro
  • Minenprojekte sollen 6 bis 7 Millionen Euro beitragen
  • mwb bestätigt Kaufempfehlung und 85-Euro-Kursziel

Mit der Bestätigung der Zahlen für das erste Halbjahr 2026 richtet sich der Blick bei HMS Bergbau nun auf die zweite Jahreshälfte. Während das operative Geschäft vor allem durch den Handel getragen wurde, sollen die neu in Betrieb genommenen Minenaktivitäten in den kommenden Monaten spürbare Ergebnisbeiträge liefern. Anleger reagieren zum Wochenausklang dennoch verhalten: Die Aktie notiert aktuell bei 37,30 Euro, was einem Tagesrückgang von 3,1 Prozent entspricht.

Handelsaktivitäten treiben das erste Halbjahr

Im ersten Halbjahr erzielte HMS Bergbau einen IFRS-Umsatz von 1,1 Milliarden Euro, nachdem im Vorjahreszeitraum 0,64 Milliarden Euro verzeichnet worden waren. Der Vorjahresvergleich ist allerdings nur eingeschränkt aussagekräftig, da der Konzern im Vorjahr noch nach den Rechnungslegungsvorschriften des HGB bilanziert hatte.

Als wesentliche Treiber der Umsatzexpansion erwiesen sich Massenschüttgüter sowie das im Jahr 2025 etablierte Geschäft mit Flüssigbrennstoffen und Schmierstoffen.

Das IFRS-EBITDA belief sich auf 22,5 Millionen Euro nach 8,4 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Darin enthalten ist ein Sondereffekt in Höhe von 8,4 Millionen Euro, der aus der Erstkonsolidierung der südafrikanischen Hoshoza Resources Vryheid resultiert.

Ohne diesen Einmaleffekt lag das bereinigte operative EBITDA bei 14,1 Millionen Euro. Belastungen aus den geopolitischen Krisen im Nahen Osten verzeichnete das Unternehmen nach eigenen Angaben nicht.

Minenprojekte vor Ergebniswirksamkeit

Während der Bergbausektor im ersten Halbjahr noch keinen nennenswerten Beitrag zum operativen Ergebnis beisteuerte, zeichnet sich für die zweite Jahreshälfte eine Verschiebung ab.

HMS Bergbau hatte in den ersten sechs Monaten metallurgische Kohleminen in Botswana und Südafrika in Betrieb genommen. Für das zweite Halbjahr stellt das Management aus den Projekten Maatla und HRV einen kombinierten EBITDA-Beitrag von rund 6 bis 7 Millionen Euro in Aussicht.

Auf dieser Basis hält die Unternehmensführung am bereinigten EBITDA-Ziel von 35 Millionen Euro für das Gesamtjahr 2026 fest. Zur weiteren Finanzierung wurde parallel eine bestehende Anleihe um 25 Millionen Euro aufgestockt.

Rückenwind für das Marktsegment liefert zudem das makroökonomische Umfeld: Die Internationale Energieagentur rechnet für 2026 mit einem globalen Anstieg des Kohleverbrauchs um 1,2 Prozent auf knapp 9 Milliarden Tonnen.

Analysten sehen deutlichen Bewertungsabstand

Vor dem Hintergrund der bestätigten Geschäftszahlen bekräftigte das Analysehaus mwb gestern seine Kaufempfehlung für den Titel. Die Experten beließen das Kursziel unverändert bei 85 Euro. Sie verweisen darauf, dass die operative Dynamik durch die nun einsetzenden Ergebnisbeiträge aus den Minenprojekten in der zweiten Jahreshälfte anziehen dürfte.

An der Börse spiegelt sich dieser Optimismus derzeit nicht wider. Bei einer Marktkapitalisierung von 173,99 Millionen Euro liegt der Kurs deutlich unter den von Analysten aufgerufenen Zielmarken. Maßgeblich für die weitere Kursentwicklung dürfte sein, ob die Förderstätten in Afrika die avisierte Rentabilität im laufenden Halbjahr termingerecht erreichen.

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