Hochtief Aktie: 6 Prozent Minus nach DAX-Einstieg

Der Baukonzern Hochtief verzeichnet Rekordaufträge und Gewinnwachstum, leidet aber unter dem typischen Kursrückgang nach dem Dax-Aufstieg.

Die Kernpunkte:
  • Kursrückgang nach Dax-Aufnahme
  • Knapper Streubesitz verstärkt Schwankungen
  • Operativer Gewinn steigt um 30 Prozent
  • Analysten sehen Kursziel unter aktueller Notierung

Kaum im deutschen Leitindex angekommen, geriet die Hochtief-Aktie unter massiven Druck. Wer den Aufstieg antizipiert hatte, machte Kasse. Die Folge: ein klassischer Aufsteigerfluch.

Am Montag brach das Papier um mehr als sechs Prozent ein. Tags darauf gab der Kurs auf Xetra weiter nach und schloss bei 504,50 Euro.

Ein struktureller Faktor verschärft diesen Ausverkauf. Der spanische Mutterkonzern ACS hält 80 Prozent der Anteile. Nur ein Fünftel der Aktien ist frei handelbar. Dieses knappe Angebot lässt Kurse in beide Richtungen heftig ausschlagen. Die Schwankungsbreite der vergangenen 30 Tage lag zuletzt bei 66 Prozent.

Starke Zahlen, schwacher Kurs

Fundamental läuft es bei dem Baukonzern rund. Im ersten Quartal stieg das operative Nettoergebnis um 30 Prozent auf 217 Millionen Euro. Der Auftragsbestand erreichte mit gut 79 Milliarden Euro einen Rekordwert. Mehr als die Hälfte der neuen Aufträge stammt aus Wachstumsbereichen.

Für das Gesamtjahr peilt der Vorstand einen operativen Gewinn von rund einer Milliarde Euro an. Die jüngsten Rücksetzer relativieren sich beim Blick auf den Langzeitchart. Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie ein Plus von über 50 Prozent. Auf Sicht von zwölf Monaten hat sich der Kurs sogar verdreifacht.

Analysten warnen vor Flughöhe

Trotz der operativen Stärke bleiben Analysten skeptisch. Sie sehen das durchschnittliche Kursziel bei rund 464 Euro. Das liegt deutlich unter der aktuellen Notierung. Die Spanne der Schätzungen fällt mit Werten zwischen 259 und 605 Euro extrem weit aus. Der Konsens lautet auf Halten.

Aktuell findet die Aktie einen Boden. Das Papier pendelt sich im Bereich von gut 507 Euro ein. Die nächste technische Bewährungsprobe wartet an der runden 500-Euro-Marke. Verteidigen die Käufer diese Unterstützung nach den Umschichtungen der ETF-Anbieter, rücken die starken Fundamentaldaten wieder in den Fokus.

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