Hochtief Aktie: Bundeskartellamt prüft Autmatec-Deal

Hochtief steigerte Umsatz und Ergebnis im zweiten Quartal. Die Turner-Tochter treibt das KI-Geschäft, während ein Zukauf noch geprüft wird.

Die Kernpunkte:
  • Umsatz im zweiten Quartal deutlich gestiegen
  • Gewinn je Aktie auf 3,42 Euro erhöht
  • Jahresgewinnprognose um 75 Millionen angehoben
  • Autmatec-Übernahme wartet auf Kartellfreigabe

Wie steht Hochtief nach den jüngsten strategischen Weichenstellungen und mit Blick auf das zweite Halbjahr da? Nach einem deutlichen Ergebnisanstieg im Frühsommer richtet sich die Aufmerksamkeit auf die Umsetzung der Wachstumsziele. An der Börse schloss die Aktie am Freitag bei 394,60 Euro, womit sie seit Jahresbeginn um 18 Prozent im Plus liegt.

Das operative Momentum speist sich vor allem aus dem Ausbau zukunftsträchtiger Technologiefelder. Besonders die Nachfrage nach moderner digitaler Infrastruktur erweist sich als stabiler Treiber für die Geschäftsentwicklung, während das Unternehmen parallel dazu seine Präsenz im Energiesektor gezielt verstärkt.

Treiber KI-Infrastruktur und erhöhte Jahresziele

Grundlage für die Zuversicht bildete der Zwischenbericht zur Jahresmitte. Am 27. Juli vermeldete Hochtief für das zweite Quartal 2026 einen Umsatz von 10,74 Milliarden Euro, was einem Zuwachs von 13,65 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert entspricht.

Auch unter dem Strich verbesserte sich die Ertragskraft spürbar. Der Gewinn je Aktie kletterte im selben Zeitraum auf 3,42 Euro, nachdem im Vorjahresquartal 2,30 Euro erzielt worden waren. Vor diesem Hintergrund hob Hochtief die Gewinnprognose für das Gesamtjahr 2026 um 75 Millionen Euro an.

Verantwortlich für diese Prognoseerhöhung zeichnete maßgeblich die US-Tochter Turner. Das Geschäft rund um Rechenzentren für Künstliche Intelligenz sorgt bei der Tochtergesellschaft für eine anhaltend dynamische Auftragslage. Dieser technologische Schwerpunkt federt zyklische Schwankungen in anderen Geschäftsfeldern ab und verschafft Hochtief eine verlässliche Basis für die kommenden Monate.

Gezielte Verstärkung im Netzbereich

Neben dem Ausbau der digitalen Infrastruktur setzt das Unternehmen auf das Geschäftsfeld der Energieübertragung. Medienberichten zufolge vereinbarte Hochtief vor rund zwei Wochen die Übernahme von Autmatec. Der Spezialist für Hochspannungs-Freileitungen erzielt einen Jahresumsatz von rund 50 Millionen Euro und beschäftigt etwa 80 Mitarbeiter.

Der Zukauf stärkt die Kapazitäten bei der Modernisierung von Stromnetzen, steht allerdings noch unter dem Vorbehalt der Freigabe durch das Bundeskartellamt. Strategisch fügt sich dieser Schritt in das Bestreben ein, an den umfangreichen Investitionen in die europäische Netzinfrastruktur zu partizipieren.

Blick auf die kommenden Zwischenbilanzen

Rückblickend auf die Quartalsergebnisse hatte das Analysehaus Jefferies am 27. Juli seine Einschätzung dargelegt. Die Analysten beließen die Einstufung damals auf „Hold“ und gaben ein Kursziel von 508 Euro an.

Für Marktteilnehmer rückt nun der nächste Berichtszeitpunkt in den Fokus. Am 5. November 2026 legt Hochtief die Bilanz für das dritte Quartal 2026 vor. Dieser Termin dürfte zeigen, inwieweit der anhaltende Trend bei der US-Tochter Turner und die Integration neuer Geschäftsanteile die Erwartungen im Gesamtjahr erfüllen können.

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