Hochtief: Aktie lässt hoffen

Über Jahre hinweg stand es nicht besonders gut um Hochtief. Der Baukonzern aus Essen kämpfte an mehreren Fronten gleichzeitig.

 

© Hochtief
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Nach der Übernahme durch die spanische ACS dauerte es nicht lange, bis umfangreiche Umbauten innerhalb des Konzerns in Planung gingen. Der Plan scheint nun erste Früchte zu tragen.

 

Hochtief wieder in der Gewinnzone

So konnte der Konzern im 1. Quartal dieses Jahres den Außenumsatz um knapp 4% auf mehr als 5 Mrd. Euro steigern. Der Konzerngewinn, bereinigt um Einmaleffekte, stieg um 44% auf 60 Mio. Euro.

Am besten liefen die Geschäfte in Nordamerika und Australien. Besonders hervorzuheben ist jedoch die Entwicklung in Europa. Hier verbuchte Hochtief im vergangenen Jahr noch einen Verlust von mehr als 6 Mio. Euro. Nun konnte sogar ein kleiner Überschuss realisiert werden.

 

Umbaumaßnahmen bei Hochtief gehen weiter

Der strikte Sparkurs innerhalb des Konzern dauert weiter an. Ebenso bei der australischen Tochter Leighton. Diese soll zeitnah in CIMIC umbenannt werden. Geplant ist, die Umorganisation beider Unternehmen in diesem Jahr abzuschließen. Zahlreiche Beteiligungen wurden bereits abgestoßen.

Künftig soll sich Hochtief wieder „nur“ auf das klassische Baugeschäft konzentrieren. Geplant ist, in diesem Geschäftsjahr rund 250 Mio. Euro zu verdienen. Damit läge man in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Langfristig gesehen, sollte sich die Umstrukturierung des Konzern jedoch weiterhin deutlich positiv auf die Zahlen auswirken.

 

Leighton überzeugt ebenfalls

Hochtief besitzt fast 70% an der australischen Leighton. Dieser wurde ebenfalls ein harter Sparkurs verordnet, der sich nun beginnt auszuzahlen. So verbuchte Leighton im 1. Quartal des laufende Geschäftsjahres einen Gewinn nach Steuern von 124,1 Mio. Australische Dollar, ein Plus von 4%. Die Marge betrug 3,6% nach 3% im Vorjahreszeitraum.

Weitere Teile des Unternehmens, wie z. B. das Immobiliengeschäft, sollen verkauft werden. Auch weitere Kosteneinsparungen stehen auf dem Programm.

 

Führungswechsel steht bei Hochtief im Raum

Kürzlich ließ der Präsident von ACS, Florentino Pérez, verlauten, dass der Hochtief-Chef Marcelino Fernández Verdes wieder zur spanischen ACS zurückkehren könnte. Dort soll er die Position eines Geschäftsführers einnehmen.

Voraussetzung hierfür wäre der Abschluss der Umstrukturierung von Hochtief und der australischen Leighton, deren Chef Verdes ebenfalls ist. Verdes hatte im Jahr 2012 den Posten an der Spitze von Hochtief eingenommen. Über einen Nachfolger bei Hochtief gab es bisher keine Angaben.

 

Hat die Aktie von Hochtief noch Potenzial?

Mitte April erst verzeichnete die Aktie von Hochtief ein neues Jahreshoch. Danach ging es leicht bergab, jedoch scheinen sich die Papiere bei knapp 70 Euro wieder zu stabilisieren. Damit liegt der Kurs in etwa wieder auf dem Niveau wie vor einem Jahr.

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Wir gehen davon aus, dass sich die anhaltenden Sparmaßnahmen bei Hochtief positiv auf den Wert auswirken. Langfristig gesehen ist hier durchaus noch einiges an Potenzial vorhanden. Wir empfehlen das weitere Halten der Aktie.

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