Honeywell Aktie: HONA startet am 29. Juni
Honeywell spaltet Luftfahrtsparte ab. Aktionäre erhalten HONA-Aktien, während der Konzern den Ausblick für 2026 vorlegt.

- Luftfahrtsparte wird am 29. Juni abgespalten
- Aktionäre erhalten eine HONA-Aktie pro zwei Honeywell-Aktien
- Rest-Honeywell fokussiert sich auf Automation und Industrie
- Aktie unter Druck durch starke US-Arbeitsmarktdaten
Honeywell steht vor dem größten Einschnitt seit Jahren. Am 29. Juni wird die Luftfahrtsparte abgespalten und als HONA an der Nasdaq starten. Heute legt der Konzern den aktualisierten Ausblick für 2026 vor – mitten in einer Phase hoher Volatilität.
Die Aktie notiert bei 186,16 Euro, 8,45 Prozent unter dem Wert der Vorwoche. Grund ist ein starker US-Arbeitsmarkt, der die Zinserwartungen nach oben treibt. Kein Wunder. Anleger reagieren nervös.
Die Mechanik des Spin-Offs
Honeywell hat den Fahrplan präzisiert. Aktionäre erhalten für zwei Honeywell-Aktien eine Aktie des neuen Luftfahrtunternehmens HONA. Voraussetzung: Sie sind am Record Date, dem 15. Juni, im Depot.
Ab dem 15. Juni startet der when-issued Handel. Am 29. Juni erfolgt die Verteilung der Aktien. Gleichzeitig führt Honeywell einen 1:2 Reverse Split durch, um das Kursniveau stabil zu halten. Für US-Aktionäre ist der Vorgang steuerneutral.
Die Bewertungslücke als Treiber
Der eigentliche Grund für die Aufspaltung liegt im Bewertungsunterschied zwischen Mischkonzernen und reinen Luftfahrtzulieferern. Letztere erzielen das 19- bis 23-fache des EBITDA. Innerhalb eines Konglomerats sind es nur 15 bis 17.
Der aktivistische Investor Elliott Management, der eine Milliardenposition von rund fünf Milliarden Dollar aufgebaut hat, drängte auf die Trennung. Die Prognose für HONA: 17,4 Milliarden Dollar Umsatz bei einer EBIT-Marge von 24,6 Prozent. Analysten taxieren die Marktkapitalisierung des neuen Unternehmens auf 55 bis 75 Milliarden Dollar.
Das verbleibende Geschäft
Die Rest-Honeywell konzentriert sich auf Automation und Industrie. Der Umsatz liegt zwischen 19 und 22 Milliarden Dollar. Hinzu kommt das Quantum-Startup Quantinuum, an dem Honeywell 54 Prozent hält. Geplant ist ein Börsengang mit einer Zielbewertung von 14,3 Milliarden Dollar.
Parallel baut Honeywell das Wartungsgeschäft aus. Eine neue Partnerschaft mit Jet Maintenance International am London Oxford Airport sichert die Instandhaltung von Triebwerken und Hilfsturbinen.
Kurs unter Druck
Die aktuelle Schwäche hat nichts mit dem Spin-Off zu tun. Auslöser sind die robusten US-Arbeitsmarktdaten vom Mai. 172.000 neue Stellen – deutlich mehr als erwartet. Die US-Notenbank steht damit unter geringerem Druck, die Zinsen zu senken. Höhere Zinsen belasten Aktien aus dem Industrie- und Technologiesektor umso härter.
Technisch hält die Aktie noch die 200-Tage-Linie bei 184,22 Euro. Der RSI von 40,6 signalisiert eine neutrale Verfassung.
Im bisherigen Jahresverlauf notiert Honeywell 11,38 Prozent im Plus. Vom 52-Wochen-Hoch bei 213,05 Euro ist der Kurs allerdings 12,62 Prozent entfernt.
Institutionelle Anleger zeigen ein geteiltes Bild. Die ING Groep hat ihre Position um rund ein Fünftel reduziert. 75 Hedgefonds dagegen hielten per Ende des ersten Quartals an ihren Anteilen fest.
Ausblick
Am 15. Juni endet die Bezugsfrist für den Spin-Off. Ab dem 26. Juni handelt die Aktie ex-distribution. Am 29. Juni startet HONA dann den regulären Handel als eigenständige Gesellschaft. Ob die erhoffte Bewertungslücke wirklich geschlossen werden kann, wird sich in den ersten Wochen nach der Abspaltung zeigen.
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