Hormel Foods Aktie: Puten-Verkauf kostet 61 Millionen
Hormel Foods überrascht mit starken Q2-Zahlen, dämpft aber die Q3-Prognose. Der Konzern fokussiert sich künftig stärker auf margenstarke Markenprodukte.

- Bereinigter Gewinn übertrifft Analystenschätzungen
- Verkauf des Puten-Geschäfts belastet GAAP-Ergebnis
- Strategischer Fokus auf Markenprodukte verstärkt
- Foodservice- und International-Geschäft wachsen
Hormel Foods schließt eine volatile Handelswoche bei 19,95 Euro – mit einem Wochenplus von immerhin 9,4 Prozent. Auslöser waren die Zweitquartalszahlen für das Fiskaljahr 2026, die über den Erwartungen lagen. Allerdings dämpfte das Management die Hoffnungen für das laufende Sommerquartal, und die Aktie gab am Freitag wieder 1,5 Prozent ab.
In den vergangenen zwölf Monaten steht ein Minus von gut 24 Prozent zu Buche. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 27,26 Euro beträgt rund 27 Prozent – ein Indikator dafür, wie weit der Umbauprozess noch nicht gegriffen hat.
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Starke Zahlen, verhaltener Ausblick
Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 0,40 Dollar über der Analystenschätzung von 0,36 Dollar. Der Umsatz erreichte 2,97 Milliarden Dollar und übertraf die Prognose leicht – das sechste Quartal mit organischem Wachstum in Folge. Die bereinigte operative Marge kletterte um 80 Basispunkte auf 9,9 Prozent, obwohl die Logistikkosten weiter stiegen.
Doch der GAAP-Gewinn blieb mit 0,29 Dollar je Aktie deutlich darunter. Grund: der Verkauf des Puten-Geschäfts.
Abschied vom Rohstoffgeschäft
Hormel Foods trennt sich vom volatilen Ganzgeflügel-Segment. Der Verkauf der ganzen Puten-Sparte bescherte einen einmaligen Vorsteuerverlust von 61 Millionen Dollar. Das Management spricht von einer bewussten Verschiebung hin zu margenstarken Markenprodukten – Jennie-O, Applegate, Hormel Black Label.
Der Umsatzausfall beläuft sich auf rund 50 Millionen Dollar für das Gesamtjahr. Die bereinigten Gewinne sollen langfristig kaum darunter leiden. Die Strategie: weniger Abhängigkeit von schwankenden Rohstoffmärkten, mehr Fokus auf Marken mit Preissetzungsmacht.
Parallel dazu wächst das Foodservice-Geschäft das elfte Quartal in Folge – mit einem organischen Plus von 7 Prozent. Der Segmentgewinn legte um 11 Prozent zu. Das International-Geschäft steigerte den Gewinn um 20 Prozent, getrieben von SPAM-Exporten und Nachfrage aus China.
Ausblick: Q3 mit angezogener Handbremse
Für das dritte Quartal 2026 erwartet der Vorstand bereinigte Gewinne etwa auf Vorjahresniveau. Drei Belastungsfaktoren: Lagerbestandsanpassungen, steigende Fracht- und Treibstoffkosten sowie volatile Rohstoffpreise – auch wenn Schweinefleisch sich zuletzt etwas verbilligt hat.
Analysten von Stephens hoben das Kursziel von 22 auf 25 Dollar an, blieben aber bei „Equal-Weight“. Das spiegelt die Diskrepanz: operative Fortschritte sind sichtbar, die kurzfristigen Hürden bleiben.
Die Jahresprognose bestätigte Hormel Foods trotzdem: Umsatz zwischen 12,2 und 12,5 Milliarden Dollar, bereinigter Gewinn je Aktie von 1,43 bis 1,51 Dollar. Das Management signalisierte, dass die Ergebnisse eher im oberen Bereich dieser Spanne landen dürften. Das vierte Quartal soll die Trendwende bringen.
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