Hormel Foods Aktie: Zukauf im Hühnchenmarkt
Der Zukauf erweitert Hormels Foodservice-Angebot; einen positiven Beitrag zum bereinigten Gewinn je Aktie erwartet der Konzern ab 2028.

- Brakebush erzielte rund 1,2 Milliarden Dollar Umsatz
- Fünf Werke und zwei Forschungslabore
- Positiver Gewinnbeitrag ab Geschäftsjahr 2028 erwartet
- Abschluss im ersten Quartal 2027 vorgesehen
Hormel Foods kauft zu: Der Konzern hinter Spam, Skippy und Planters übernimmt den Hühnchenverarbeiter Brakebush Brothers. Der Kaufpreis liegt bei rund 1,055 Milliarden Dollar. Es ist ein Deal, der das Foodservice-Geschäft verbreitern soll, sich aber erst in einigen Jahren im Gewinn je Aktie niederschlägt.
Was Hormel bekommt
Brakebush wurde 1925 gegründet und ist bis heute in Familienhand. Das Unternehmen aus Westfield im US-Bundesstaat Wisconsin erzielte zuletzt rund 1,2 Milliarden Dollar Umsatz. Hormel zahlt damit weniger als das Einfache des Jahresumsatzes, auf Umsatzbasis wirkt die Bewertung moderat.
Brakebush betreibt fünf Produktionsstätten und zwei Forschungslabore. Zu den Kunden zählen vor allem nationale und regionale Gastronomie- und Foodservice-Anbieter, die weiterverarbeitete Hühnerprodukte abnehmen. Hormel erhält damit zusätzliche Kapazitäten, Kundenbeziehungen und eine größere Direktvertriebsorganisation.
Strategischer Hintergrund
Der Zeitpunkt passt ins Bild. Hormel hat sein Portfolio zuletzt stärker auf höherwertige Proteinprodukte ausgerichtet und sich von schwankungsanfälligen Rohstoffgeschäften getrennt. Das Foodservice-Segment hielt sich im dritten Geschäftsquartal vergleichsweise robust: Der Umsatz stieg um zwei Prozent, der Segmentgewinn um drei Prozent. Im Einzelhandel sanken die Erlöse dagegen um vier Prozent.
Interimschef Jeff Ettinger nennt das Foodservice-Geschäft eine Wachstumsquelle, die man nun im Bereich Hühnchen deutlich ausbauen wolle. John Ghingo, designierter Vorstandschef, bezeichnet Hühnchen als eine der attraktivsten Wachstumskategorien im Proteinmarkt. Das Management stellt operative Synergien und höhere Cashflows in Aussicht.
Kurzfristig bringt der Zukauf allerdings keinen Schub. Auf den bereinigten Gewinn je Aktie soll er sich erst ab dem Geschäftsjahr 2028 positiv auswirken. Marktbeobachter dürften deshalb genau darauf achten, wie stark die Übernahme die Bilanz belastet. Die Finanzierung ist Teil der Risikohinweise des Konzerns, ebenso die Frage, wie schnell sich Schulden danach wieder abbauen lassen.
Zeitplan
Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt der üblichen Abschlussbedingungen, darunter die behördliche Genehmigung. Der Abschluss ist für das erste Quartal des Hormel-Geschäftsjahres 2027 vorgesehen. Danach soll Brakebush überwiegend im Foodservice-Segment berichtet werden. Erst dann lässt sich beurteilen, ob die Integration die erhofften Synergien liefert.
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