Hornbach Holding vor dem Umbau

Deutschland als Land der Heimwerker verfügt über eine Vielzahl an Baumärkten. Der Markt ist heiß umkämpft und jeder dieser Baumärkte versucht, eine hohe Kundenbindung zu erzielen.

 

© Hornbach
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Eines dieser Unternehmen ist die Hornbach Holding mit ihren drei Teilkonzernen. Im Einzelnen sind dies die Hornbach-Baumarkt-AG, die Hornbach Immobilien AG und die Hornbach Baustoff Union GmbH.

 

Letztes Geschäftsjahr bei Hornbach verlief positiv

Im vergangenen Geschäftsjahr mit Ende 28. Februar 2015 konnte die Hornbach-Gruppe das EBIT um 3% auf 165,1 Mio. Euro steigern. Der Konzernjahresüberschuss lag mit einem Plus von 23,8% bei 106,7 Mio. Euro. Das Ergebnis vor Steuern verzeichnete einen Anstieg von 9,3% auf 139,7 Mio. Euro. Damit wurde das Ergebnis der Vorzugsaktie von zuvor 4,56 Euro auf 5,66 Euro verbessert.

Besonders die Bau- und Gartenmärkte waren aufgrund von flächenbereinigten Umsatzsteigerungen und einer verbesserten Handelsspanne der Grund für diese Zahlen. Hohe Kosten, bedingt durch einen Anstieg der Filial-, Verwaltungs- und Voreröffnungskosten wurden dadurch mehr als ausgeglichen.

 

Alle Teilbereiche legen zu

Aktuell werden von der Hornbach-Baumarkt-AG 147 Filialen in 9 Ländern Europas betrieben. Der Umsatz lag hier im vergangenen Geschäftsjahr bei 3,36 Mrd. Euro, ein Plus von 6,5%. Flächenbereinigt betrug das Plus 4,4% und das EBIT stieg ebenfalls um 4,4% auf 109,8 Mio. Euro. Das Ergebnis der Aktie der Hornbach-Baumarkt-AG wurde von zuvor 1,77 Euro auf 2,19 Euro gesteigert.

Die Hornbach Immobilien AG erreichte ein EBIT von 51,5 Mio. Euro. Dies entspricht einer Steigerung von 0,8% gegenüber dem Vorjahr. Bei der Hornbach Baustoff Union entwickelte sich das EBIT deutlich nach oben. Hier betrug das Plus 19,6% und erreichte damit 6,5 Mio. Euro. Insgesamt 26 Niederlassungen in Deutschland und Frankreich betreibt das Unternehmen aktuell.

Die Eigenkapitalquote lag zum Ende des letzten Geschäftsjahres bei der Hornbach-Baumarkt-AG bei 53,5%. Bezogen auf die Hornbach Holding wurden hier 51,8% erreicht.

 

Hornbach drückt bei Investitionen aufs Gas

Im laufenden Geschäftsjahr 2015/16 soll das Bruttoinvestitionsvolumen einen Wert zwischen 180 bis 200 Mio. Euro erreichen. Vergangenes Jahr wurden 120 Mio. Euro für Investitionen ausgegeben.

Lag im letzten Geschäftsjahr der Schwerpunkt hier noch in Deutschland, was bedingt durch die Übernahme von ehemaligen Praktiker- und Max-Bahr-Standorten war, soll es in diesem Geschäftsjahr der Schwerpunkt auf dem Ausland liegen.

Insgesamt sind sechs Neueröffnungen geplant. Jeweils zwei davon in den Niederlanden und Österreich und je eine in Rumänien und Deutschland.

Der Konzernumsatz soll in diesem Geschäftsjahr im mittleren einstelligen Prozentbereich wachsen. Das EBIT erwartet Hornbach in etwa auf dem Niveau des Vorjahres.

Die Dividende soll unverändert auf dem Niveau des Vorjahres liegen. Damit sollen für die Stammaktie der Hornbach-Baumarkt-AG je 0,60 Euro gezahlt werden. Damit läge die Rendite bei 1,59%. Bei den Aktien der Hornbach Holding wären dies 0,77 Euro für die Stammaktie und 0,80 Euro für die Vorzugsaktie. Dies entspräche einer Rendite von 1% für die Vorzugsaktien.

 

Hornbach plant Umwandlung

Auf der Hauptversammlung von Hornbach, welche voraussichtlich am 09. Juli stattfinden soll, geht es jedoch um weitaus mehr als die Dividende.

Hornbach plant, die Gesellschaft einem Formwechsel zu unterziehen. Danach soll nach den Vorschriften des Umwandlungsgesetzes ein Wechsel in die Rechtsform einer Kommanditgesellschaft auf Aktien erfolgen. Führen soll die neue Gesellschaft die Hornbach Holding AG & Co. KGaA.

Änderungen für Inhaber der Hornbach Vorzugsaktie

Für Aktionäre ergeben sich damit einige Änderungen. So werden die Aktionäre der Hornbach Holding ggf. Kommanditaktionäre der Hornbach Holding AG & Co. KGaA. Inhaber der Vorzugsaktie sollen danach keine Vorzugsaktien mehr gewährt werden, sondern diese sollen ausschließlich stimmberechtigte Inhaber-Stückstammaktien der KGaA dafür bekommen.

Geplant ist der Umtausch in einem Verhältnis von 1:1. Um eventuelle Nachteile für die Inhaber der Vorzugsaktie zu vermeiden, will Hornbach als Ausgleich für den Wegfall des Vorzugs eine bare Zuzahlung von 0,38 Euro je Vorzugsaktie zahlen.

Als persönlich haftende Gesellschafterin der neuen Kommanditgesellschaft soll die Hornbach Management AG fungieren. Alle Aktien dieser Gesellschaft werden von der Hornbach Familien-Treuhandgesellschaft mbH gehalten. Ändern soll sich aber auch die Ausschüttungspolitik des Konzerns.

Sollte der Formwechsel wirksam werden, will man künftig grundsätzlich eine Dividende in Höhe von 30% des Konzernjahresüberschusses nach Anteilen anderer Gesellschafter an die Aktionäre auszahlen.

 

Aktie mit Verschnaufpause

Nachdem die Aktie der Hornbach Holding erst im April ein neues Hoch bei knapp 82 Euro markieren konnte, kam es in der Zeit danach zu einer recht starken Volatilität. In der Folge ging es bis auf 77,32 Euro runter. Mittlerweile hat sich der Kurs bei knapp 80 Euro eingependelt.

Insgesamt nahm der Markt die Zahlen für das letzte Geschäftsjahr positiv auf. So kam es im gestrigen Tagesverlauf zu einer leichten Erholung des Kurses. Der große Knall für einen erneuten Ausbruchsversuch der Aktie von Hornbach wurde jedoch nicht geliefert.

150529 Hornbach

Wir betrachten den Wert dennoch als lohnendes Investment. Hornbach hat sich in den vergangenen Jahren immer wieder gut gegen die Konkurrenz durchsetzen können und die eigene Marktposition kontinuierlich gestärkt. Wir erwarten eine Fortsetzung des Aufwärtstrends der Hornbach Aktie und raten für investierte Anleger zum weiteren Halten. Neueinsteiger sollten die kleine aktuelle Schwäche nutzen und hier zugreifen, also eine klare Kauf-Empfehlung.

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