HPE: 79 Cent Gewinn schlägt 53-Cent-Erwartung
Hewlett Packard Enterprise verzeichnet das beste Quartal seit Jahren, getrieben von starker KI-Nachfrage und steigenden Serververkäufen.

- Stärkstes Quartalsergebnis seit acht Jahren
- KI-Server-Umsatz treibt Gewinnsprung
- Prognose für 2026 übertrifft alte Ziele
- Rückzug aus China bringt Milliarden
Die Zahlen haben den Markt eiskalt erwischt. Hewlett Packard Enterprise (HPE) liefert das stärkste Quartalsergebnis seit über acht Jahren. Die Aktie schoss in den vergangenen sieben Tagen um fast 40 Prozent nach oben. Seit Jahresbeginn summiert sich das Plus auf sagenhafte 122 Prozent. Am Donnerstag nehmen Anleger nun erste Gewinne mit. Der Kurs fällt auf 45,83 Euro. Das ändert wenig am Gesamtbild.
KI-Server treiben das Geschäft
Der jüngste Quartalsbericht sprengt alle Erwartungen. HPE steigerte den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 40 Prozent. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 79 Cent. Analysten hatten lediglich 53 Cent auf dem Zettel.
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Besonders das Segment für Cloud und Künstliche Intelligenz (KI) floriert. Hier kletterten die Erlöse auf 7,7 Milliarden US-Dollar. Die operative Gewinnmarge verdoppelte sich fast auf 12,4 Prozent. Allein die Server-Verkäufe brachten 5,5 Milliarden US-Dollar ein.
Das Management blickt extrem optimistisch nach vorn. Die neue Prognose für das laufende Geschäftsjahr 2026 übertrifft sogar die alten Ziele für 2028. Damals wollte HPE drei US-Dollar Gewinn je Aktie erreichen. Diese Marke fällt nun deutlich früher.
Milliarden-Deal und Stellenabbau
Parallel dazu stärkt der Konzern seine Bilanz. HPE hat sich Ende Mai vollständig aus seinem chinesischen Joint Venture zurückgezogen. Der Verkauf der restlichen Anteile an H3C Technologies spülte rund 1,36 Milliarden US-Dollar in die Kasse. Insgesamt kassierte das Unternehmen für den Ausstieg 3,5 Milliarden US-Dollar vor Steuern.
Auch intern baut CEO Antonio Neri radikal um. Das Restrukturierungsprogramm läuft schneller als geplant. HPE hat die Belegschaft um mehr als neun Prozent auf etwa 65.000 Mitarbeiter geschrumpft. Ein Fünftel der aktuellen Einsparungen stammt mittlerweile aus KI-gesteuerter Automatisierung.
Analysten jubeln, Lieferketten bremsen
Die Wall Street reagiert mit einer Welle von Hochstufungen. Morgan Stanley hob das Kursziel von 33 auf 71 US-Dollar an. Die Experten sehen eine massive Nachfrage nach Servern. Argus Research verdoppelte das Ziel ebenfalls auf 70 US-Dollar und lobte die starke KI-Dynamik. Weitere Banken wie UBS und Barclays zogen zügig nach.
Ein Risiko bleibt die Beschaffung von Bauteilen. Ein globaler Mangel an Speichermodulen bremst die Produktion. HPE kann Aufträge derzeit nicht schnell genug abarbeiten. CEO Neri rechnet bis ins Jahr 2027 mit erhöhten Kosten.
Der Blick richtet sich nun auf das kommende Quartal. HPE peilt einen Umsatz von bis zu 12,1 Milliarden US-Dollar an. Im Herbst 2026 folgt der nächste technische Meilenstein. Dann bringt der Konzern seinen neuen KI-Server mit Nvidia-Prozessoren auf den Markt. Bis dahin muss die Aktie ihre überkaufte Phase verdauen. Der RSI-Wert von fast 82 signalisiert eine nötige Verschnaufpause.
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