HPE: Netzwerkumsätze springen 148 Prozent

HPE präsentiert auf der Hausmesse den Wandel zum Plattformanbieter für autonome KI-Systeme und meldet starke Zuwächse im Netzwerkgeschäft.

Die Kernpunkte:
  • Fokus auf KI-Plattform für Unternehmen
  • Netzwerkumsatz steigt um 148 Prozent
  • Neue Hardware für KI-Datenpipelines
  • Finanzielle Anreize für Partner und Kunden

Hewlett Packard Enterprise hat auf der hauseigenen Messe HPE Discover in Las Vegas die Weichen neu gestellt. Der Konzern will sich von einem Hardware-Lieferanten zum Komplettanbieter für das „agentische Unternehmen“ entwickeln – einer Plattform, die autonome KI-Agenten in den Betrieb integriert.

Strategie mit zwei Stoßrichtungen

CEO Antonio Neri skizzierte einen klaren Plan. HPE soll zur Betriebsplattform für Unternehmen werden, die KI-Workloads ausrollen. Die Idee: Compute, Speicher und Netzwerk werden zu einem einheitlichen Betriebsmodell verschmolzen.

Ein zentraler Baustein ist der Ausbau der Netzwerksparte nach der Übernahme von Juniper Networks. Konkret integriert HPE die „Marvis Actions“-Funktionen in die Aruba-Central-Plattform. Gleichzeitig wächst der SASE-Orchestrator, der SD-WAN und SSE bündelt. Analysten sehen darin eine direkte Positionierung gegen Cisco – der Rivale bietet ebenfalls breite Plattformlösungen.

Wachstum bei KI und Cloud nimmt Fahrt auf

Die Produktpalette untermauert die Strategie. HPE zeigte den ProLiant DL394 Gen12 und das Speichersystem Alletra MPX 10000, beide auf große KI-Datenpipelines ausgelegt. Neue Partnerschaften, etwa mit Veeam, liefern sogenannte „validierte Designs“ für private KI-Clouds mit Fokus auf Datensicherheit.

Die Zahlen geben dem Kurs recht. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 stiegen die Netzwerkumsätze um 148,2 Prozent im Jahresvergleich. Die Cloud- und KI-Sparte legte um 22,9 Prozent auf 7,7 Milliarden Dollar zu.

Niedrigere Hürden für Partner und Kunden

Um die Adoption zu beschleunigen, stellte HPE neue Anreize für seine Channel-Partner vor. Die Einstufung der Juniper-Partner wird ab November angepasst. Hinzu kommen verlängerte Angebotsfristen für Storage und Compute.

Finanziell senkt HPE die Eintrittsbarrieren: Das „90/9 Advantage“-Programm und Null-Prozent-Finanzierungen für Software sollen Kunden den Umstieg von Legacy-Virtualisierung erleichtern.

Die Aktie notierte zum Wochenende bei 41,36 Euro. Das Papier hat sich innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt – ein Plus von 169,66 Prozent. Derzeit liegt der Kurs 25 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 55,20 Euro. Der RSI von 61,4 Punkten signalisiert weiteres Interesse, ohne Überhitzung. Nach der Produktoffensive in Las Vegas dürfte sich zeigen, wie nachhaltig die Plattformstrategie bei den Kunden ankommt. Die nächsten Quartalszahlen werden erste Indizien liefern.

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