Hsbc Aktie: Gewinn steigt, Erwartungen knapp verfehlt
HSBC steigerte den Vorsteuergewinn im dritten Quartal um 32 Prozent; ein neues Aktienrückkaufprogramm ist geplant.

- Vorsteuergewinn kletterte auf 9,63 Milliarden Dollar
- Umsatzplus von fünf Prozent im Quartal
- Verwaltungsrat beschloss dritte Zwischendividende
- Weiterer Aktienrückkauf bis zu einer Milliarde geplant
Europas größte Bank liefert im dritten Quartal ein starkes Plus, bleibt aber minimal unter den Markterwartungen. Dazu kündigt Hsbc ein weiteres Aktienrückkaufprogramm an.
Der Vorsteuergewinn stieg auf 9,63 Milliarden Dollar, nach 7,30 Milliarden im Vorjahresquartal. Das entspricht einem Plus von 32 Prozent. Analysten hatten allerdings mit rund 9,7 Milliarden Dollar gerechnet. Die Abweichung ist gering.
Was den Gewinn treibt
Der Umsatz legte um 5 Prozent auf 18,62 Milliarden Dollar zu. Haupttreiber war der Zinsüberschuss, der um 6 Prozent auf 9,31 Milliarden Dollar kletterte. Die Bank profitierte von wachsenden Einlagen und davon, dass sie ihre strukturelle Absicherung zu höheren Renditen neu anlegen konnte.
Zusätzlich entlasteten niedrigere Kreditrisikovorsorgen. Sie sanken um 17 Prozent auf 832 Millionen Dollar, vor allem wegen geringerer Belastungen durch Gewerbeimmobilien in Hongkong sowie im Vereinigten Königreich und in Mexiko.
Ein Teil des Zuwachses ist jedoch Basiseffekt. Im Vorjahr hatten Rückstellungen für Rechtsfälle von 1,4 Milliarden Dollar das Ergebnis gedrückt. Bereinigt um Sonderposten und Währungseffekte wuchs der Vorsteuergewinn um 10 Prozent auf 10,02 Milliarden Dollar.
Effizienz und Kapital
Die annualisierte Eigenkapitalrendite auf das materielle Eigenkapital verbesserte sich auf 17,7 Prozent, nach 12,3 Prozent im Vorjahr. Die Kosten-Ertrags-Quote sank deutlich auf 47,4 Prozent. Die harte Kernkapitalquote lag bei 13,9 Prozent und damit leicht unter dem Wert von Ende Juni.
Der Verwaltungsrat beschloss eine dritte Zwischendividende von 0,10 Dollar je Aktie. Außerdem will Hsbc ein weiteres Rückkaufprogramm von bis zu einer Milliarde Dollar starten. Es soll bis zur Vorlage der Jahreszahlen für 2026 abgeschlossen sein. Das vorherige Programm in ähnlicher Größenordnung war im September beendet worden, dabei wurden rund 48,7 Millionen Aktien eingezogen.
Ausblick bestätigt
Die Ziele bleiben unverändert. Für 2026, 2027 und 2028 peilt die Bank eine Eigenkapitalrendite von mindestens 17 Prozent an, ohne Sonderposten. Beim Zinsüberschuss im Bankgeschäft erwartet sie für 2026 mindestens 46 Milliarden Dollar. Die operativen Kosten sollen auf Zielbasis um etwa 1 Prozent steigen.
Am Rande rückt ein weiteres Thema in den Blick: Hsbc erwägt Medienberichten zufolge deutliche Stellenstreichungen im britischen Wealth-Management-Geschäft, im Zuge eines breiteren Einsatzes künstlicher Intelligenz. Eine offizielle Bestätigung liegt nicht vor. Der Londoner Schlusskurs lag am Vortag bei 1.365,40 Pence.
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