Humana Aktie: 600.000 Mitglieder von Marktaustritten betroffen
Humana übertrifft im zweiten Quartal die Prognosen, plant jedoch für 2027 den Rückzug aus Medicare-Märkten mit rund 600.000 betroffenen Mitgliedern.

- Umsatz- und Gewinnsprung im zweiten Quartal
- Rückzug aus Medicare-Märkten für 2027
- 600.000 Versicherte von Marktaustritten betroffen
- Analysten uneins über zukünftige Entwicklung
Der US-Krankenversicherungskonzern Humana hat im zweiten Quartal 2026 die Prognosen der Analysten beim Umsatz und Gewinn deutlich übertroffen. Trotz der positiven operativen Zahlen steht das Unternehmen vor einem massiven strategischen Umbau. Um die Rentabilität im wichtigen Medicare-Advantage-Geschäft zu sichern, kündigte das Management für das kommende Jahr den Rückzug aus zahlreichen Märkten an, was Hunderttausende Versicherte betreffen wird.
Starke Quartalszahlen trotz sinkender Margen
Im abgelaufenen Quartal steigerte Humana den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 26,2 Prozent auf 40,87 Milliarden US-Dollar. Damit übertraf der Versicherer die Markterwartungen von rund 40,58 Milliarden US-Dollar. Das bereinigte Ergebnis je Aktie (EPS) belief sich auf 7,61 US-Dollar, was ebenfalls über dem Analystenkonsens von 7,27 US-Dollar lag. Unterm Strich verbuchte das Unternehmen einen Nettogewinn von 694 Millionen US-Dollar.
Trotz des deutlichen Umsatzsprungs gerieten die Margen unter Druck. Die medizinische Kostenquote, welche das Verhältnis der Versicherungsleistungen zu den Prämieneinnahmen beschreibt, lag bei 91,2 Prozent. Die EBITDA-Marge sank im Vergleich zum Vorquartal um 118 Basispunkte auf 3,91 Prozent. Dennoch hielt Humana an seiner Gewinnprognose für das Gesamtjahr 2026 fest und erwartet weiterhin ein Ergebnis von mindestens 9,00 US-Dollar je Aktie.
Radikaler Umbau im Medicare-Segment für 2027
Die Konzernführung reagiert nun auf den Kostendruck und veränderte regulatorische Rahmenbedingungen. Für das Jahr 2027 plant Humana gezielte Marktaustritte, die etwa 600.000 Mitglieder in der Sparte Medicare Advantage betreffen werden. CFO Celeste Mellet betonte, dass der Fokus künftig verstärkt auf margenstarken Plänen liegen soll. Ziel ist es, bis zum Jahr 2028 eine Marge von mindestens 3 Prozent in diesem Segment zu erreichen.
Hintergrund dieser Entscheidung sind unter anderem sinkende Star-Ratings der US-Gesundheitsbehörde CMS, welche die Bonuszahlungen für Versicherer beeinflussen. Humana hatte zuletzt gewarnt, dass niedrigere Bewertungen das EPS-Ziel für das kommende Jahr belasten könnten. Während Branchenkonkurrenten wie UnitedHealthcare oder Aetna bereits ähnliche Rückzüge aus bestimmten US-Landkreisen eingeleitet haben, müssen betroffene Senioren nun bis zur neuen Anmeldefrist im Herbst alternative Versorgungsnetzwerke finden.
Analysten zwischen Skepsis und Optimismus
An der Börse wurde die Nachricht über die Plan-Exits mit Zurückhaltung aufgenommen. Der aktuelle Kurs von 322,00 € liegt derzeit etwa 1,20 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 325,92 €. Zum bisherigen 52-Wochen-Hoch von 372,00 € weist das Papier damit einen Abstand von 13,44 Prozent auf.
Unter den Analysten herrscht ein geteiltes Bild. Während der Konsens der Beobachter derzeit bei einer „Hold“-Empfehlung liegt, zeigen sich einzelne Häuser deutlich optimistischer. So vergaben die Experten von Leerink ein „Outperform“-Rating mit einem Kursziel von 513 US-Dollar. Zudem gab Diamond Hill Capital bekannt, im zweiten Quartal eine neue Position in Humana aufgebaut zu haben. Die Investmentgesellschaft verwies dabei auf eine attraktive Bewertung im Zuge der sich normalisierenden Margen im Medicare-Sektor. Insgesamt halten institutionelle Anleger derzeit über 92 Prozent der ausstehenden Aktien.
Humana-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Humana-Analyse vom 4. August liefert die Antwort:
Die neusten Humana-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Humana-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 4. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Humana: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...




