Iberdrola Aktie: 425 Millionen für Maine-Leitung
Iberdrola erhält einen US-Netzauftrag und steigert den Halbjahresgewinn um 22 Prozent. Zugleich laufen weitere Investitionen in Europa.

- US-Auftrag für 179 Kilometer Hochspannungsleitung
- 16 Milliarden Euro Investitionen bis 2028
- Halbjahresgewinn steigt auf 4,34 Milliarden Euro
- Spanische Projekte stärken regionale Stromversorgung
Der spanische Energiekonzern Iberdrola treibt seine internationale Expansionsstrategie mit neuen Großprojekten im Stromnetzbereich massiv voran. Im Zentrum der Wachstumspläne stehen dabei insbesondere der nordamerikanische Markt sowie Investitionen in die britische Infrastruktur.
Gestern kam das Management- und Exekutivkomitee des Unternehmens in Bilbao zusammen, um die strategischen Weichenstellungen für das verbleibende Geschäftsjahr sowie die langfristigen Ziele bis 2031 zu bewerten.
Großprojekt in Maine erhält Zuschlag
Ein zentraler Pfeiler der Wachstumsstrategie ist der Ausbau in den USA. Über die Tochtergesellschaft Avangrid (CMP) wurde Iberdrola für den Bau einer neuen Hochspannungsleitung im Bundesstaat Maine ausgewählt.
Das Projekt „Aroostook Renewable“ umfasst eine Strecke von 179 Kilometern und ist für eine Kapazität von 1.200 Megawatt bei einer Spannung von 345 Kilovolt ausgelegt. Ziel der Leitung ist die Anbindung des Haynesville-Pittsfield-Korridors, wobei ein Bundesvertrag über 425 Millionen US-Dollar die Finanzierung stützt.
Diese Entwicklung ist Teil eines weitreichenden Investitionsprogramms in den Vereinigten Staaten. Bis zum Jahr 2028 plant der Konzern dort Investitionen in Höhe von insgesamt 16 Milliarden Euro, wovon allein 12 Milliarden Euro in die Modernisierung und den Ausbau der Stromnetze fließen sollen.
Parallel dazu schreitet das Offshore-Windprojekt Vineyard Wind 1 vor der Küste von Massachusetts voran, in das Iberdrola bereits rund 4 Milliarden Euro investiert hat.
Strategische Integration und europäische Investitionen
Neben dem US-Geschäft bildet Großbritannien einen weiteren Schwerpunkt der Konzernstrategie. In Bilbao prüfte das Management die Integration der für 5 Milliarden Euro erworbenen Electricity North West (ENW) mit Sitz in Manchester. Laut Berichten von Atalayar sieht der Rahmenplan für den Zeitraum 2026 bis 2031 in Großbritannien Investitionen von insgesamt 15 Milliarden Euro vor, die unter anderem in neue Unterseekabel fließen sollen.
Auch in Nordeuropa festigt der Konzern seine Position durch den Erwerb des finnischen Netzbetreibers Caruna, der mit einem Wert von 5 Milliarden Euro beziffert wird.
Diese Zukäufe und Projekte zahlten bereits im ersten Halbjahr 2026 auf die Bilanz ein: Der Nettogewinn stieg in diesem Zeitraum um 22 Prozent auf 4,34 Milliarden Euro. Trotz dieser positiven operativen Dynamik notiert das Papier an der Börse derzeit bei 20,09 Euro, was einem Abstand von 31 Prozent zum 52-Wochen-Tief entspricht.
Herausforderungen und lokale Projekte in Spanien
Auf dem spanischen Heimatmarkt sieht sich Iberdrola hingegen mit regulatorischen Hürden konfrontiert. Gemeinsam mit dem Mitbewerber Endesa wird derzeit über die steuerliche Belastung der Kernkraftwerke gestritten. Die jährlichen Abgaben belaufen sich laut Medienberichten auf rund 1,5 Milliarden Euro. Dies betrifft insbesondere das Kraftwerk Almaraz, an dem Iberdrola einen Anteil von 52,7 Prozent hält und dessen Betrieb bis 2030 verlängert wurde.
Dennoch setzt das Unternehmen auch in Spanien auf lokale Innovations- und Ausbauprojekte. In der Provinz Álava entsteht derzeit mit dem Windpark Labraza das größte Projekt seiner Art im Baskenland. Mit einer Investition von 56 Millionen Euro sollen dort acht Siemens-Gamesa-Anlagen eine jährliche Produktion von fast 100.000 Megawattstunden erzielen.
Zudem investiert die Netztochter i-DE über 10 Millionen Euro in die Erneuerung der Infrastruktur in der Region Ribera, um die Versorgungssicherheit für 650.000 Nutzer zu erhöhen. Mit einer Marktkapitalisierung von 134,33 Milliarden Euro bleibt Iberdrola einer der am schwersten gewichteten Versorger im europäischen Markt.
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