IBM Aktie: 240-Millionen-Dollar-Deal mit Together AI
IBM stärkt mit Together AI und NVIDIA-Technik das Cloud-Geschäft, während Mainframe-Schwäche, Rechtsprüfung und Kursverluste belasten.

- 240-Millionen-Dollar-Vertrag mit Together AI
- Cloud-Inferenzdienst startet im ersten Quartal 2027
- Mainframe-Umsätze im Juli um 42 Prozent gesunken
- IBM-Aktie seit Jahresbeginn 22 Prozent schwächer
IBM hat mit Together AI einen mehrjährigen Vertrag über 240 Millionen Dollar geschlossen. Das Unternehmen will darüber einen großangelegten Inferenz-Cluster mit NVIDIA-HGX-B300-Technologie auf der IBM Cloud betreiben. Der Dienst soll im ersten Quartal 2027 starten. Für IBM ist der Deal ein Beleg dafür, dass das Cloud-Geschäft abseits der belasteten Mainframe-Sparte weiter Zugkraft entwickelt.
Ein Gegengewicht zur Mainframe-Schwäche
Der Auftrag kommt zu einem Zeitpunkt, in dem IBM Erklärungsbedarf hat. Die Kanzlei Bleichmar Fonti & Auld kündigte am Freitag eine Untersuchung wegen möglicher Wertpapierbetrugsvorwürfe an.
Im Kern geht es um mögliche Falschdarstellungen zum Ausblick für das IBM-Z-Produkt und zum Tempo neuer Geschäftsabschlüsse – ausgelöst durch einen Kurseinbruch von 25 Prozent an einem einzigen Handelstag im Juli.
Das Unternehmen hatte trotz eines Einbruchs der Mainframe-Umsätze um 42 Prozent im Juli seine Umsatzprognose für 2026 auf Basis konstanter Wechselkurse bei 4 bis 5 Prozent Wachstum belassen. Der Vertrag mit Together AI liefert nun ein konkretes Beispiel dafür, dass Nachfrage in anderen Segmenten die Schwäche im klassischen Mainframe-Geschäft zumindest teilweise auffangen kann.
Der Kurs spiegelt die Unsicherheit weiterhin wider. Am Freitag schloss die Aktie bei 203,30 Euro, ein Minus von 0,8 Prozent. Auf Sicht von sieben und 30 Tagen hat sich das Papier mit Zuwächsen von 2,6 beziehungsweise 4,4 Prozent leicht erholt, bleibt aber seit Jahresbeginn mit einem Minus von 22 Prozent deutlich im roten Bereich. Zum 52-Wochen-Hoch von 292,85 Euro klafft weiterhin eine Lücke von 31 Prozent.
Technologie-Offensive auf mehreren Ebenen
Der Cloud-Deal reiht sich in eine Serie technologischer Vorstöße ein. Auf der Hot-Chips-Konferenz stellte IBM vergangene Woche seinen ersten dual-architektonischen Mainframe-Prozessor vor, der IBM-Z- und Arm-native-Linux-Workloads parallel ausführen kann.
Zugleich meldete das Unternehmen einen Meilenstein bei der Quantum-Starling-Roadmap: Zwei modulare kryogene Systeme wurden erfolgreich verbunden und in einer gemeinsamen Umgebung gekühlt.
Ergänzt wird die Quanteninitiative durch die kürzlich abgeschlossene Übernahme der HRL Laboratories von Boeing und General Motors, mit der IBM Silizium-Spin-Qubit- und Quantensensorik-Expertise in die eigene Hardware-Roadmap integriert.
Auf der Vertriebsseite baut IBM seine Reichweite weiter aus: TD Synnex erweiterte sein IBM-Vertriebsnetz um 20 neue Länder in Europa, Asien-Pazifik und Lateinamerika im Rahmen des „Select Blue“-Partnerprogramms. Abseits der Technologie sorgte eine Partnerschaft mit dem US-Tennisverband USTA für Aufmerksamkeit: Beim US Open 2026 kommen KI-gestützte Fan-Funktionen wie eine „Serve Quality“-Kennzahl zum Einsatz.
Insiderverkauf und institutionelle Bewegungen
Für Anleger dürfte auch der Verkauf von IBM-Anteilen durch Senior-Vice-President Robert David Thomas relevant sein. Er veräußerte 25.000 Aktien zu einem Durchschnittspreis von 230,32 Dollar und reduzierte damit seine Direktbeteiligung um 34,34 Prozent auf 47.800 Aktien.
Auf institutioneller Seite zeigte sich ein gemischtes Bild: Während Welch & Forbes LLC seine IBM-Position im zweiten Quartal 2026 um 30,4 Prozent aufstockte, reduzierte Pictet Asset Management Holding seinen Anteil um 4,7 Prozent.
Aktionäre, die am 10. August im Bestand geführt waren, erhalten am 10. September eine Quartalsdividende von 1,69 Dollar je Aktie – ein Fixpunkt, der angesichts der Kursschwankungen und der laufenden Rechtsprüfung zumindest planbare Erträge liefert.
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