IBM Aktie: 25-Prozent-Crash auf 192 Euro

IBM verfehlt Umsatz- und Gewinnerwartungen im zweiten Quartal deutlich. Der Aktienkurs bricht ein, das Management räumt Anpassungsfehler ein.

Die Kernpunkte:
  • Umsatzwachstum bleibt weit unter Prognose
  • Gewinn je Aktie verfehlt Analystenschätzung
  • Kunden fokussieren Budgets auf KI-Hardware
  • Softwaregeschäft leidet unter Umschichtungen

IBM erlebt an der Börse einen schwarzen Dienstag. Während die Branche im KI-Fieber schwelgt, verfehlt der Technologieriese seine eigenen Ziele deutlich. Das Management räumt Fehler bei der Anpassung an die veränderten Marktbedingungen ein.

Der vorläufige Bericht für das zweite Quartal zeichnet ein düsteres Bild. Der Umsatz stieg lediglich um ein Prozent auf 17,2 Milliarden Dollar. Analysten hatten im Vorfeld mit 17,86 Milliarden Dollar gerechnet.

Auch beim Ergebnis enttäuscht der Konzern. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll bei 2,93 Dollar liegen. Das verfehlt die Markterwartung von rund drei Dollar pro Papier.

Fokus auf KI-Hardware bremst Software-Geschäft

IBM-Chef Arvind Krishna nennt einen klaren Grund für die Schwäche. Kunden schichten ihre Budgets massiv um. Sie investieren vorrangig in Server und Speicher für Künstliche Intelligenz.

Das Ziel der Einkäufer: Hardware sichern, bevor die Preise weiter steigen. Parallel dazu leidet das Softwaresegment unter dieser Priorisierung. Besonders das Geschäft mit Mainframes verlor spürbar an Boden.

Krishna gestand ein, dass IBM nicht schnell genug auf diesen Wandel reagierte. Zahlreiche Großaufträge konnten nicht wie geplant abgeschlossen werden. Zusätzlich lenkten Sorgen um die Cybersicherheit viele Kunden von Investitionen in neue Softwareprojekte ab.

Historischer Kurssturz belastet Chartbild

Die Reaktion der Märkte folgte unmittelbar. Die IBM-Aktie verlor fast ein Viertel ihres Wertes und notiert bei 192,00 Euro. Damit liegt das Papier deutlich unter seinem bisherigen Jahreshoch.

Ein Rückgang dieser Größenordnung weckt Erinnerungen an historische Börsenbeben. Der Relative-Stärke-Index (RSI) signalisiert mit einem Wert von 30,4 eine überverkaufte Lage. Dennoch bleibt die Verunsicherung unter den Marktteilnehmern hoch.

IBM investiert derweil Milliarden in neue Technologien. Zehn Milliarden Dollar fließen bis 2029 in die Entwicklung von Quantencomputern. Partnerschaften mit OpenAI sollen die KI-Kompetenz langfristig stärken.

Diese strategischen Wetten zahlen sich aktuell noch nicht aus. Neue Sicherheitsprogramme wie die Software Lightwell stecken noch in der Anfangsphase. Sie können die Schwäche in den etablierten Sparten kaum kompensieren.

IBM plant die Veröffentlichung der vollständigen Finanzergebnisse für Ende Juli. Bis dahin liegt das Augenmerk auf der Stabilisierung des Softwaregeschäfts. Nur der Abschluss der verschobenen Großprojekte dürfte das Vertrauen der Anleger nachhaltig zurückgewinnen.

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