IBM Aktie: Halbleiter-Deal trifft KI-Sorgen

IBM schließt langfristige Forschungskooperation für zukünftige Chiptechnologien ab, während die Aktie unter Sorge um KI-bedingte Umsatzverluste im COBOL-Geschäft leidet.

Die Kernpunkte:
  • Fünfjährige Halbleiter-Forschungskooperation mit Lam Research
  • Aktienkurs leidet unter KI-bedingten Marktbedenken
  • Solides Umsatzwachstum im Softwaregeschäft
  • Cybersicherheitsindex zeigt starke Bedrohungslage

IBM steht diese Woche gleich auf mehreren Bühnen gleichzeitig: Ein neues Forschungsabkommen mit Lam Research setzt ein langfristiges technologisches Signal, während der Aktienkurs unter dem Druck einer ganz konkreten KI-Bedrohung leidet. Das Nebeneinander von strategischem Ehrgeiz und kurzfristiger Unsicherheit prägt das aktuelle Bild.

Fünf Jahre für die Zukunft der Chips

IBM und Lam Research haben eine fünfjährige Kooperation vereinbart, die Halbleiterprozesse unterhalb der Ein-Nanometer-Grenze erschließen soll. Konkret geht es um die Entwicklung neuer Materialien und Prozessabläufe für sogenannte Nanosheet- und Nanostack-Bauteile sowie für die rückseitige Stromversorgung. Als Forschungsstandort dient IBMs Albany NanoTech Complex im Bundesstaat New York.

Die Partnerschaft baut auf mehr als einem Jahrzehnt gemeinsamer Arbeit auf — beide Unternehmen haben bereits frühere Meilensteine wie 7-Nanometer- und EUV-Prozesstechnologien gemeinsam vorangetrieben. Allerdings handelt es sich bei Albany um ein Forschungszentrum, keine Produktionsstätte. Bis zur Serienreife dieser Technologie dürften die frühen 2030er-Jahre vergehen.

KI als Belastungsfaktor

Trotz solcher Ankündigungen hat die Aktie seit Jahresbeginn deutlich nachgegeben — ein Minus von über 13% seit Januar, und rund 20% unter dem 52-Wochen-Hoch. Auslöser war unter anderem die Ankündigung des KI-Unternehmens Anthropic, beim Modernisieren von COBOL-Systemen helfen zu können. IBM gilt als einer der führenden Dienstleister für genau dieses Segment — ältere Programmiersprachen, die bei Großunternehmen und Banken noch weit verbreitet sind. Die Sorge: Wenn KI diese Modernisierungsarbeit übernimmt, gerät ein etabliertes IBM-Geschäftsfeld unter Druck.

Die Bank of America Securities hält dennoch an ihrer Kaufempfehlung fest. Analyst Wamsi Mohan hatte zuletzt ein Kursziel von 340 US-Dollar ausgegeben, basierend auf einem 23-fachen Enterprise-Value-zu-Free-Cashflow-Verhältnis für 2027. Eine Aktualisierung dieses Ziels blieb in der jüngsten Einschätzung vom 10. März aus.

Cybersicherheit liefert Rückenwind

Etwas abseits der Halbleiter-Schlagzeilen veröffentlichte IBM seinen X-Force Threat Intelligence Index 2026. Die Kernerkenntnis: Angriffe über öffentlich zugängliche Anwendungen stiegen um 44%, Ransomware-Gruppen nahmen um 49% zu. Schwachstellen-Exploits waren 2025 für 40% aller beobachteten Sicherheitsvorfälle verantwortlich. Diese Zahlen unterstreichen die strukturelle Nachfrage nach Enterprise-Sicherheitslösungen — einem Bereich, in dem IBM direkt konkurriert.

Auf der Ergebnisseite lieferte IBM zuletzt solide Zahlen: Der Softwarebereich erzielte im jüngsten Quartal 9,03 Milliarden US-Dollar Umsatz, ein Plus von 11% im Jahresvergleich. Für das Gesamtjahr 2026 peilt das Unternehmen mehr als 5% Umsatzwachstum an, der freie Cashflow soll auf rund 15,7 Milliarden US-Dollar steigen.

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