IBM Aktie: JPMorgan stuft hoch
JPMorgan stuft IBM hoch und sieht Potenzial im Softwaregeschäft. Zusätzlich beflügeln Trumps Quanten-Dekrete und CHIPS-Fördermittel den Kurs.

- JPMorgan erhöht Kursziel auf 291 Dollar
- Trump unterzeichnet Dekrete zur Quantentechnologie
- Milliardenförderung aus CHIPS Act für IBM
- Neuer KI-Sicherheitsdienst von IBM vorgestellt
Trumps Lob für IBM-Chef Arvind Krishna und zwei unterzeichnete Dekrete zur Quantentechnologie haben der Aktie heute kräftigen Auftrieb gegeben — und JPMorgan hat die Gunst der Stunde genutzt, um eine deutliche Neubewertung vorzulegen.
Hochstufung mit Substanz
JPMorgan-Analyst Brian Essex stufte IBM von „Neutral“ auf „Overweight“ hoch und erhöhte das Kursziel von 270 auf 291 Dollar. Entscheidend für den Schritt ist seine Einschätzung, dass sich das währungsbereinigte Umsatzwachstum im Softwaregeschäft in der zweiten Jahreshälfte 2026 beschleunigen dürfte. Essex sieht außerdem Spielraum für eine Bewertungsexpansion — falls IBM als bedeutender KI-Infrastrukturbegünstigter weiter an Profil gewinnt oder seine Roadmap für einen fehlertoleranten Quantencomputer früher als erwartet liefert.
Quantum und Kapital als Rückenwind
Der Auslöser für die heutige Kursbewegung liegt allerdings nicht allein in der Analysteneinschätzung. Beim Quantengipfel im Weißen Haus unterzeichnete Trump zwei Dekrete: Das erste zielt auf den Aufbau eines forschungsfähigen Quantencomputers bis 2028 sowie quantengestützte Netzwerke innerhalb von fünf Jahren. Das zweite verpflichtet Bundesbehörden, ihre Systeme bis 2031 auf quantenresistente Kryptografie umzustellen — ein direkter Markt für IBM-Technologie.
Hinzu kommt ein milliardenschwerer Rückenwind aus der Fiskalpolitik. Das Handelsministerium hatte bereits im Vormonat IBM als vorgesehenen Hauptempfänger eines Programms aus dem CHIPS Act benannt — konkret soll IBM rund 1 Milliarde Dollar für eine neue Quantenfoundry erhalten, die supraleitende Wafer für Quantencomputer fertigen soll.
Parallel trat IBM dem OpenAI Daybreak Cyber Partner Program bei und bringt einen KI-gestützten Sicherheitsdienst auf den Markt, der Softwareschwachstellen automatisiert identifiziert. Das verbreitert IBMs Aufstellung an der Schnittstelle von Enterprise-KI und Cybersicherheit — einem der am schnellsten wachsenden Segmente im Unternehmenstechmarkt.
Der breite Markt lieferte heute keinen Rückenwind: Nasdaq und S&P 500 notierten schwächer, der Dow Jones nur knapp im Plus. IBMs Kursanstieg speist sich damit ausschließlich aus unternehmenseigenen Katalysatoren. Gemessen am 52-Wochen-Hoch von 332,46 Dollar bleibt nach wie vor deutlich Aufholpotenzial — ob JPMorgans neues Kursziel von 291 Dollar dabei als Zwischenstation fungiert, entscheiden die Softwarezahlen zum zweiten Halbjahr.
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