IBM Aktie: Krishna verspricht Erholung nach Kurssturz
IBM-Aktie erholt sich leicht vom 52-Wochen-Tief, während CEO Krishna auf die Rückkehr verschobener Software-Deals verweist und Zerschlagungsgerüchte zurückweist.

- Aktie steigt um 3,74 Prozent
- Software-Sparte wächst um 5 Prozent
- Umsatzprognose für 2026 gesenkt
- Krishna weist Spaltungsgerüchte zurück
IBM-Chef Arvind Krishna verspricht Besserung. Ein Drittel der verschobenen Software-Deals sei bereits zurückgekehrt, sagte er den Investoren. Nach dem schlimmsten Tagesverlust der Firmengeschichte im Juli klingt das wie ein vorsichtiges Aufatmen.
Die Aktie reagierte prompt. Am Freitag schloss das Papier bei 188,38 Euro, ein Plus von 3,74 Prozent. Damit hat sich IBM leicht vom 52-Wochen-Tief bei 175,14 Euro erholt, das erst am Donnerstag zuvor markiert wurde.
Der Jahresverlust bleibt trotzdem happig: minus 27,52 Prozent seit Januar. Zum 52-Wochen-Hoch von 292,85 Euro klafft weiterhin eine Lücke von 35,67 Prozent.
Krishna widerspricht Zerschlagungs-Spekulationen
Auf der Telefonkonferenz nach den Zahlen wählte Krishna klare Worte. „Unsere KI-Strategie ist die richtige für IBM“, sagte er und verwies auf hybride Souveränität und Vertrauen als Markenkern des Konzerns. Das zweite Quartal sei an der Umsetzung gescheitert, nicht am Portfolio.
Damit reagierte Krishna auch auf Gerüchte, IBM könnte sich aufspalten. IBM-Finanzchef trat dem entgegen. Der Konzern sei „als integriertes Unternehmen am stärksten“ — mit hybrider Cloud, KI und Quantencomputing als gemeinsamem Fundament.
Prognose gekürzt, nicht gekippt
Statt eines kompletten Kurswechsels gab es nur eine Korrektur nach unten. IBM erwartet für das Gesamtjahr ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von 4 bis 5 Prozent. Zuvor hatte der Konzern noch „mehr als 5 Prozent“ in Aussicht gestellt.
Der Grund liegt im Mainframe-Geschäft. Kunden verschieben Kapital lieber in KI-Infrastruktur wie Server und Chips — das bremst die klassische Hardware-Sparte.
Nicht alle Analysten glauben an eine schnelle Erholung. Stifel-Analyst David Grossman sieht die Aktie weiterhin in einer Seitwärtsspanne mit leichter Abwärtstendenz, begründet mit geringer kurzfristiger Sichtbarkeit und saisonalen Effekten. Ein Portfoliomanager formulierte es gegenüber Yahoo Finance härter: IBM lande erstmal „in der Strafbox“, während der Konzern sein Geschäft neu justiert.
Software trägt den Konzern
Während die Infrastruktur schwächelte, hielt das margenstarke Software-Geschäft dagegen. Die Sparte erzielte im zweiten Quartal 7,76 Milliarden Dollar Umsatz, ein Plus von 5 Prozent. Das Consulting-Geschäft blieb mit 5,33 Milliarden Dollar stabil, während die Infrastruktur-Sparte um 7 Prozent auf 3,84 Milliarden Dollar einbrach — allein das Z-Mainframe-Geschäft verlor 42 Prozent.
Innerhalb der Software-Sparte lief es sogar besser als der Durchschnitt vermuten lässt. Red Hat wuchs um 11 Prozent, die Datensparte legte um 19 Prozent zu. Der Gesamtumsatz des Konzerns lag bei rund 17,2 Milliarden Dollar.
Trotz der gesenkten Umsatzprognose hält IBM an einem Versprechen fest: Der freie Cashflow soll im Jahresvergleich um etwa eine Milliarde Dollar steigen.
Was die Charttechnik zeigt
Die Erholung vom Tief bleibt fragil. Mit einem RSI von 35,5 gilt die Aktie technisch weiterhin als überverkauft, selbst nach dem jüngsten Sprung nach oben. Zum 50-Tage-Durchschnitt von 228,64 Euro fehlen noch immer 17,61 Prozent.
Der Markt scheint sich vorerst auf die Stabilität im Software-Geschäft und die unveränderte Cashflow-Prognose zu konzentrieren. Ob Krishnas Zuversicht bei der Nachfrage-Erholung trägt, entscheidet sich in den kommenden Quartalsberichten — vor allem daran, ob die zurückgekehrten Deals tatsächlich in Umsatz münden.
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