IBM Aktie: Margen bremsen die Freude
IBM übertraf Umsatz- und Gewinnprognosen, doch niedrigere Bruttomargen belasteten die Anlegerstimmung; das Cashflow-Ziel für 2026 wurde angehoben.

- Umsatz stieg auf 17,1 Milliarden Dollar
- Bereinigter Gewinn je Aktie über Prognose
- Bruttomarge blieb hinter Erwartungen zurück
- Cashflow-Ziel für 2026 angehoben
IBM übertrifft im dritten Quartal die Erwartungen, und trotzdem drehen die Anleger ab. Aus einem anfänglichen nachbörslichen Plus wurde ein Minus von gut fünf Prozent. Der Grund liegt weniger im Umsatz als in dem, was darunter passiert.
Zahlen über den Erwartungen
Der Umsatz stieg um fünf Prozent auf 17,1 Milliarden Dollar, erwartet worden waren 16,82 Milliarden. Der bereinigte Gewinn je Aktie erreichte 2,95 Dollar nach prognostizierten 2,86 Dollar. Unter dem Strich legte der Gewinn um 26 Prozent auf 2,19 Milliarden Dollar zu.
Treiber war die Software mit acht Prozent Wachstum auf 7,8 Milliarden Dollar. Hybrid Cloud wuchs um elf Prozent, Data sogar um 19 Prozent. Automation dagegen schrumpfte um drei Prozent.
Die Beratung stagnierte bei 5,3 Milliarden Dollar. In der Infrastruktur legte vor allem das verteilte Geschäft kräftig zu, während das Mainframe-Geschäft IBM Z um 20 Prozent einbrach.
Wo die Anleger Schwächen sehen
Die bereinigte Bruttomarge lag bei 58,5 Prozent, erwartet waren 59,1 Prozent. In der Beratung sank sie von 28,9 auf 27,4 Prozent. Finanzchef Jim Kavanaugh erklärte, IBM habe Produktivitätsgewinne in digitale Angebote reinvestiert.
Hinzu kommt, dass das Management den Umsatzausblick lediglich bestätigte: Das währungsbereinigte Wachstum soll bei vier bis fünf Prozent liegen. Erhöht wurde dagegen das Ziel beim freien Cashflow, der 2026 um mehr als eine Milliarde Dollar steigen soll. Im Juli hatte der Konzern noch rund eine Milliarde in Aussicht gestellt.
Nach dem Einbruch der Aktie um ein Viertel nach den Halbjahreszahlen bleibt das Vertrauen fragil. Seit Ende 2025 verlor das Papier rund 15 Prozent und gehört damit zu den schwächsten Werten im Dow Jones.
Jefferies sieht Beweis, aber auch offene Aufgaben
Analyst Brent Thill von Jefferies wertet die Zahlen als Beleg, dass die schwachen Mainframe-Softwareerlöse im zweiten Quartal auf zeitliche Verzögerungen zurückgingen und nicht auf verlorene Nachfrage. Entscheidend sei nun, ob die Software ihr Wachstum bis 2027 nahe an der zweistelligen Marke halten kann. Dafür brauche es eine breitere Umsetzung, besonders in Automation und Data.
CEO Arvind Krishna sieht Kunden „Super Intelligence“ inzwischen einsetzen, um ganze Betriebsmodelle umzubauen. Laut kommunizierten Zahlen entfallen rund 30 Prozent der Beratungserlöse und 35 Prozent des dortigen Auftragsbestands auf KI.
Der Handel am Donnerstag dürfte zeigen, ob die Aktie die Marke von 251 Dollar vom Mittwochsschluss nach dem vorbörslichen Rückgang auf etwa 237 Dollar zurückerobern kann.
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