IBM Aktie: NanoStack mit 100 Milliarden Transistoren

IBM präsentiert den ersten Chip unter einem Nanometer, doch die Aktie reagiert verhalten. Analysten sehen Kurspotenzial, aber die kommerzielle Nutzung lässt Jahre auf sich warten.

Die Kernpunkte:
  • Weltweit erster Chip unter Nanometer
  • 50 Prozent mehr Leistung versprochen
  • Kommerzielle Produktion erst ab 2030
  • Aktie bleibt unter langfristigem Durchschnitt

Die Halbleiterindustrie feiert einen historischen Meilenstein. IBM präsentiert den weltweit ersten Chip unter einem Nanometer. Ein technologischer Triumph. An der Börse verpufft die Euphorie jedoch völlig.

Das Zauberwort heißt „NanoStack“. IBM stapelt Transistoren nun vertikal in einer neuen 3D-Architektur. Das Ergebnis beeindruckt. Auf der Fläche eines Fingernagels drängen sich rund 100 Milliarden Transistoren. Das verdoppelt die Dichte im Vergleich zum bisherigen Standard.

Die neue Technik liefert 50 Prozent mehr Leistung. Alternativ sinkt der Energieverbrauch um 70 Prozent. Für den globalen KI-Ausbau ist das ein massiver Hebel. Das Training großer Sprachmodelle könnte bald nur noch zwei Wochen dauern.

Branchenexperten sehen darin die Rettung des Mooreschen Gesetzes. Die Roadmap der Halbleiterindustrie verlängert sich damit um ein weiteres Jahrzehnt. IBM baut diese Chips allerdings nicht selbst in Masse. Der Konzern setzt auf Forschung und sein Lizenzgeschäft. Partner wie Samsung oder Rapidus sollen die Technologie auf den Markt bringen. Die kommerzielle Produktion startet frühestens Anfang der 2030er Jahre.

Genau hier liegt das Problem für Investoren. Fünf Jahre Wartezeit sind an der Börse eine Ewigkeit. Der Markt ignoriert den technologischen Prestigeerfolg weitgehend.

Die IBM-Aktie notiert aktuell bei 226,00 Euro. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von rund neun Prozent auf der Anzeigetafel. Der Kurs pendelt nervös. Er bleibt unter seiner langfristigen Durchschnittslinie von knapp 236 Euro.

Analysten sehen im Schnitt ein Kursziel von knapp 259 Euro. Das verspricht ein Potenzial von 15 Prozent. Die entscheidende Hürde liegt aber in der Gegenwart. IBM muss beweisen, dass die Forschungsführerschaft auch das aktuelle Softwaregeschäft antreibt. Nur dann folgt der Aktienkurs der technologischen Brillanz.

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