IBM Aktie: Trump unterzeichnet Quanten-Dekrete am 22. Juni
IBM profitiert von staatlichen Dekreten für Quantencomputing, erhält eine Milliarde Dollar. Analysten sehen Potenzial im Softwaregeschäft.

- Kursplus von zehn Prozent in einer Woche
- Milliardeninvestition in Quanten-Joint-Venture
- Softwaregeschäft als verlässliche Einnahmequelle
- Quartalszahlen am 22. Juli mit Spannung erwartet
Eine Aktie, die stärker auf Regierungsdekrete reagiert als auf Quartalszahlen. Genau das erleben wir gerade bei IBM. Der Konzern beendete die Woche bei 237,80 Euro. Das entspricht einem satten Plus von knapp zehn Prozent in sieben Tagen. Allein am Freitag schoss der Kurs um 4,71 Prozent nach oben.
Die Zahlen wirken auf den ersten Blick beeindruckend. Aber der Kontext ist entscheidend. IBM erholt sich lediglich von einem massiven Absturz. Mitte Mai markierte das Papier ein 52-Wochen-Tief bei 181,32 Euro. Jetzt kratzt der Kurs wieder an der 200-Tage-Linie von 235,90 Euro. Ein echter Ausbruch sieht anders aus. Die Folge: IBM kämpft sich mühsam zurück.
Politik als Kurstreiber
Was diese Erholung antreibt, ist pure Politik. Präsident Trump unterzeichnete am 22. Juni zwei weitreichende Dekrete. Sie setzen harte Fristen für die Entwicklung von Quantencomputern. Regierungsbehörden müssen zudem zügig auf quantensichere Verschlüsselung umstellen.
Die Szenerie im Oval Office war bewusst gewählt. Trump saß dort neben IBM-Chef Arvind Krishna und Alphabet-Präsidentin Ruth Porat. Auch hochrangige Kabinettsmitglieder flankierten den Präsidenten. Krishna lobte die Dekrete als wichtigen Schritt für die amerikanische Technologieführerschaft.
Auf die warmen Worte folgen harte Dollar. Das Handelsministerium investiert zwei Milliarden Dollar in neun Quanten-Unternehmen. IBM kassiert davon allein eine Milliarde Dollar für ein neues Joint Venture. Der Konzern ist hier kein Mitspieler unter vielen. Er ist der absolute Platzhirsch.
Die Milliarden-Wette
Diese politische Rückendeckung erklärt die jüngsten Kurssprünge. Investoren kaufen die große Quanten-Fantasie. Das offenbart allerdings auch eine enorme Anfälligkeit. Politischer Rückenwind kann extrem schnell wieder drehen.
IBM unterscheidet sich deutlich von reinen Quanten-Start-ups. Die Ambitionen ruhen auf einem funktionierenden Kerngeschäft. Bis 2031 will das Management mehr als zehn Milliarden Dollar in die neue Technologie stecken. Ein Teil davon fließt in Anderon. Das soll die weltweit erste reine Quanten-Wafer-Fabrik werden.
Die ehrliche Bestandsaufnahme fällt nüchterner aus. Quantencomputing steckt in einer frühen, vorkommerziellen Phase. Die Regierungsvorgaben beschleunigen zwar die Entwicklung. Sie zaubern aber keine kurzfristigen Umsätze aus dem Nichts.
Was wirklich Geld bringt
Während Quantencomputer die Schlagzeilen dominieren, achten Analysten auf etwas viel Profaneres. Die Software-Margen treiben die Kursziele. JPMorgan hob die Bewertung kürzlich von „Neutral“ auf „Overweight“ an. Analyst Brian Essex sieht das Kursziel nun bei 291 US-Dollar.
Er begründet den Optimismus mit dem starken Software-Geschäft. IBM profitiert massiv von Red Hat. Auch die steigende Nachfrage nach KI-Lösungen treibt das Wachstum. Software sorgt für verlässliche, wiederkehrende Einnahmen. Dieser Bereich liefert etwa 45 Prozent des Umsatzes. Obendrein bringt er rund zwei Drittel des gesamten Konzerngewinns ein.
Das Beratungsgeschäft bleibt indes die Schwachstelle. Nach den Zahlen zum ersten Quartal rutschte die Aktie zeitweise um sechs Prozent ab. Das Management hatte die Jahresprognose lediglich bestätigt, statt sie anzuheben.
Der Blick auf die Zahlen
Mit 237,80 Euro notiert IBM noch immer fast 19 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von Anfang Juni. Der Markt wartet auf fundamentale Beweise für eine höhere Bewertung.
Am 22. Juli legt IBM die Bücher für das abgelaufene Quartal offen. Analysten erwarten einen Umsatz von knapp 17,8 Milliarden Dollar. Der Gewinn je Aktie soll bei 2,98 Dollar liegen.
Die entscheidende Hürde liegt im Detail. IBM muss beweisen, dass sich der viel zitierte KI-Auftragsbestand endlich in verbuchte Umsätze verwandelt. Bis dahin bildet die 200-Tage-Linie die wichtigste Unterstützung. Hält diese Marke, bleibt die Erholungsstory intakt.
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