IBM: Consulting wächst nur 1% — Strukturproblem

Trotz solider Umsatz- und Gewinnzahlen bricht IBM-Aktie ein. Das schwächelnde Beratungsgeschäft belastet die Bewertung des Konzerns.

Die Kernpunkte:
  • Umsatz und Gewinn übertreffen Erwartungen
  • Consulting-Sparte wächst nur minimal
  • Aktie fällt über neun Prozent
  • Dividenden-Ex-Tag am 8. Mai 2026

Umsatz geschlagen, Gewinn geschlagen — und trotzdem fiel die Aktie um mehr als neun Prozent. IBMs erstes Quartal 2026 lieferte auf dem Papier solide Ergebnisse, aber der Markt schaute genauer hin. Was er sah, gefiel ihm nicht.

Das Quartal in der Einordnung

IBM erzielte im ersten Quartal einen Umsatz von 15,92 Milliarden Dollar — ein Plus von 9,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr und leicht über den Erwartungen. Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag bei 1,91 Dollar, der Konsens hatte 1,82 Dollar erwartet. Das bereinigte EBITDA übertraf die Schätzungen um 13 Prozent. Das Softwaregeschäft wuchs um elf Prozent auf 7,05 Milliarden Dollar. Im Infrastrukturbereich legte der Z-Mainframe-Umsatz um 51 Prozent zu.

Starke Zahlen. Kein Wunder also, dass der Kurseinbruch viele überraschte.

Das eigentliche Problem: Consulting stagniert

Das Beratungsgeschäft wuchs im ersten Quartal nur um ein Prozent — bereinigt um Währungseffekte. Für ein Unternehmen, das sich als Softwarekonzern neu erfinden will, ist das ein Problem.

Der Grund: Software erzielt Bruttomargen von 82 Prozent, Consulting nur 28 Prozent. Solange das Beratungsgeschäft stagniert, bleibt die Gesamtmarge gedeckelt. Melius-Research-Analyst Ben Reitzes brachte es auf den Punkt: „Das ist der Preis dafür, als Software-Aktie bewertet werden zu wollen — Investoren mögen keine Ergebnisse, die nur dem Konsens entsprechen.“

Der Kursrückgang traf nicht nur IBM. Auch Accenture-Aktien gaben nach. Der Markt bewertet nun das Risiko einer breiteren Verlangsamung im IT-Beratungssektor neu.

Bewertung und Kursdruck

IBM wird derzeit mit etwa dem 19-fachen des erwarteten Gewinns gehandelt — deutlich über dem Fünfjahresdurchschnitt von 14x. Diese Prämie war gerechtfertigt, solange Software und Consulting zweistellig wuchsen. Mit elf Prozent beziehungsweise einem Prozent Wachstum bröckelt diese Grundlage.

An der Frankfurter Börse schloss die Aktie am Freitag bei 193,88 Euro — rund 29 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 271,80 Euro. Seit Jahresbeginn hat der Kurs mehr als 22 Prozent verloren.

Das Management hält dennoch an seinen Jahreszielen fest: mehr als fünf Prozent Umsatzwachstum und ein um eine Milliarde Dollar höherer freier Cashflow. Finanzchef Jim Kavanaugh betonte auf der Analystenkonferenz, IBM wolle ein „umsichtiger Betreiber“ sein — und hob hervor, dass eine Prognoseerhöhung im ersten Quartal historisch unüblich sei.

Dividende als Ankerpunkt

Für einkommensorientierte Investoren gibt es einen konkreten Termin: Am 8. Mai 2026 ist Ex-Dividenden-Tag. IBM zahlt 1,69 Dollar je Aktie, fällig am 10. Juni. Es ist das 31. Jahr in Folge, in dem IBM die Quartalsdividende erhöht hat.

Ob das ausreicht, um Käufer in den Markt zu locken, wird sich in der kommenden Handelswoche zeigen. Der Kurs notiert nur knapp über dem 52-Wochen-Tief — das Beratungsgeschäft muss Zeichen einer Erholung liefern, damit die Software-Bewertung wieder Bestand hat.

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