Immofinanz: Anleihen-Emission sorgt für Kurssturz

Der österreichische Immobilienkonzern Immofinanz konnte die erfolgreiche Preisfeststellung für die Emission einer neuen Wandelschuldverschreibung melden. Insgesamt will das Unternehmen auf diesem Weg 300 Millionen Euro einnehmen. Der Markt reagiert allerdings allergisch.

Wandelanleihen sind für Unternehmen und Investoren im Grunde ein attraktives Geschäft. Denn Unternehmen müssen meist bei dieser Form von Anleihen weniger Zinsen zahlen, weil sie die Option auf einen Umtausch in Aktien einräumen. Bei Anlegern sind Wandelanleihen beliebt, weil vorsichtigere Akteure zwar damit auf Kurssteigerungen der zugrunde liegenden Aktie spekulieren können, in der Zwischenzeit aber einen festen Zins vereinnahmen.

Was Immofinanz anbietet

So wundert es auch nicht, dass Immofinanz bei seiner nun geplanten Emission für eine siebenjährige Wandelanleihe einen eher moderaten Festzinskupon von 2 % pro Jahr anbietet. Sollte es dem Unternehmen gelingen, von einer der drei großen Ratingagenturen S&P, Moody´s oder Fitch ein Investmentgrade-Rating zu erhalten, reduziert sich der Kupon um 0,5 Prozentpunkte. Als anfänglicher Wandlungspreis werden 2,3933 Euro ausgegeben. Sprich: Erst wenn die Immofinanz-Aktie über diesen Kurs steigt, würde sich für Anleger eine Wandlung lohnen.

Doch auch, wenn Immofinanz bei der Anleihen-Emission wohl keine Probleme bekommen dürfte hinsichtlich der Nachfrage, so reagiert die Aktie mit einem weiteren scharfen Rücksetzer. Denn die Herausgabe einer Wandelanleihe bedeutet letztlich auch, dass auf absehbare Zeit für die Wandlung neue Aktien emittiert werden müssten. Und bei der Immofinanz-Emission wäre das kein Pappenstiel.

Will Immofinanz zu viel?

Denn das Emissionsvolumen entspricht einer Größenordnung von rund 125 Millionen wandelbaren Stückaktien. Das wären nach heutiger Rechnung fast 13 % des derzeit ausstehenden Grundkapitals der Immofinanz. Da gleichzeitig das Bezugsrecht der bestehenden Aktionäre ausgeschlossen wurde, käme es bei einer entsprechenden Wandlung zu einer starken Verwässerung der Alt-Aktionäre.

Damit setzt Immofinanz letztlich die Reihe schlechter Nachrichten weiter fort. Zuletzt schon hatte die Aktie aufgrund sehr schwacher Geschäftszahlen gelitten. Immerhin: Die geplante Fusion mit dem Wettbewerber CA Immo und dem Abstoßen des problembehafteten russischen Immobilienportfolios könnten auf längere Sicht der Aktie wieder auf die Beine helfen. Doch das ist zum jetzigen Zeitpunkt nur Spekulation.

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