Infineon Aktie: 11,81 Prozent Wochenminus
Nach einem Rekordlauf im DAX verliert die Infineon-Aktie deutlich. Gewinnmitnahmen und Branchensorgen belasten den Kurs.

- Wöchentlicher Kursverlust von 11,81 Prozent
- Gewinnmitnahmen nach 69 Prozent Jahresplus
- Analysten uneins über Aktienbewertung
- Neue Chipfabrik in Dresden eröffnet
Nach einem der stärksten Jahresstarts im DAX gerät die Infineon-Aktie ins Straucheln. Binnen einer Woche verliert das Papier 11,81 Prozent. Der Auslöser: Anleger nehmen nach einer monatelangen Kursrally Gewinne mit — und die ganze Chipbranche zieht mit nach unten.
Gewinnmitnahmen nach starkem Lauf
Seit Jahresbeginn hatte Infineon noch ein Plus von 69,36 Prozent aufgebaut. Diese Rally trieb das Kurs-Gewinn-Verhältnis zeitweise über 55 — ein Niveau, das viele Investoren als zu teuer einstuften. Der Relative-Stärke-Index steht aktuell bei 35,1 Punkten. Das deutet auf eine bereits fortgeschrittene Abverkaufsphase hin.
Der Ausverkauf begann nicht erst am Freitag. Bereits am 15. Juli hatten Meldungen aus der Zulieferkette Zweifel am Tempo des KI-getriebenen Nachfrageschubs geweckt. Diese Sorge zieht sich seither wie ein roter Faden durch den gesamten Halbleitersektor.
Analysten uneins über den Kurs
Die Kursbewegung spaltet die Einschätzungen der Analysten. Die UBS bestätigte am 2. Juli ihre „Neutral“-Einstufung mit einem Kursziel von 61 Euro. Als Grund nennt die Bank wachsende Risiken im KI-Marktanteil und anhaltende Probleme in China.
Die Deutsche Bank sieht das anders und hält an ihrem „Kaufen“-Rating mit einem Kursziel von 90 Euro fest. Noch optimistischer ist Berenberg: Analystin Tammy Qiu hob ihr Kursziel nach einem Besuch der neuen Chipfabrik in Dresden von 70 auf 100 Euro an. Auch Jefferies und die Bank of America blicken positiv auf das Papier.
Operativ läuft es rund
Während die Aktie schwächelt, meldet Infineon auf der operativen Seite mehrere Fortschritte. Anfang Juli ging die neue „Smart Power Fab“ in Dresden offiziell in Betrieb — ein rund 5 Milliarden Euro teures Werk für Analog- und Mixed-Signal-Technologien sowie Leistungshalbleiter für KI-Anwendungen.
Im selben Monat schloss Infineon die Integration des von ams OSRAM übernommenen Sensor-Portfolios ab. Das Segment Power & Sensor Systems soll davon profitieren. Am 13. Juli kündigte das Unternehmen zudem eine Kooperation mit LS Electric an, um effiziente Gleichstrom-Infrastruktur für KI-Rechenzentren zu entwickeln. Hinzu kommt ein Patentsieg gegen den Konkurrenten Innoscience in Deutschland Anfang Juli.
Nächster Test am 5. August
Im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres erzielte Infineon einen Umsatz von 3,812 Milliarden Euro und ein Segmentergebnis von 653 Millionen Euro. Das Unternehmen hatte seine Jahresprognose zuvor angehoben — gestützt auf den KI-Boom und bessere Auftragseingänge im Automotive-Geschäft.
Am 5. August 2026 legt Infineon die Zahlen für das dritte Quartal vor. Dann zeigt sich, ob die operativen Fortschritte der vergangenen Wochen die Wachstumssorgen der vergangenen Tage entkräften können.
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