Infineon Aktie: 12,81 Prozent Crash nach Broadcom

Infineon-Aktie bricht nach enttäuschendem Ausblick von Broadcom und starken US-Arbeitsmarktdaten um fast 13 Prozent ein.

Die Kernpunkte:
  • Kursrutsch um 12,81 Prozent
  • Auslöser: Broadcom-Prognose enttäuscht
  • US-Arbeitsmarkt belastet Tech-Werte
  • Charttechnische Unterstützung bei 74,50 Euro

Erst am Dienstag markierte Infineon ein neues Jahreshoch. Zum Wochenausklang erlebten Aktionäre ein böses Erwachen. Ein enttäuschender Ausblick der Konkurrenz riss den gesamten Halbleitersektor in die Tiefe und beendete die wochenlange Rallye abrupt.

Am Freitag brach das Papier um 12,81 Prozent ein und schloss bei 74,51 Euro. Der Abstand zur jüngsten Bestmarke wuchs damit spürbar an. Dennoch bleibt die Jahresbilanz mit einem Plus von rund 95 Prozent außergewöhnlich stark.

Auslöser für den Kursrutsch war eine schwache Prognose des US-Konkurrenten Broadcom. Parallel dazu drückten unerwartet starke US-Arbeitsmarktdaten auf die Stimmung. Im Mai entstanden dort 172.000 neue Stellen. Das trieb die Renditen amerikanischer Staatsanleihen nach oben und entzog hochbewerteten Technologiewerten massiv Kapital.

Abkühlung nach der Rekordjagd

Charttechnisch hat sich die überhitzte Lage durch den Abverkauf normalisiert. Der Relative-Stärke-Index fiel auf einen neutralen Wert von 55. Der übergeordnete Aufwärtstrend wackelt trotz der hohen Schwankungsbreite bislang nicht.

Die wichtigen langfristigen Unterstützungen liegen noch in beruhigender Entfernung. Der 200-Tage-Durchschnitt verläuft bei 42,66 Euro. Kurzfristig rückt nun die 50-Tage-Linie bei 58,03 Euro in den Fokus.

Notenbanken geben den Takt vor

In der neuen Handelswoche dominieren makroökonomische Termine das Geschehen. Folgende Ereignisse dürften die Richtung im Technologiesektor maßgeblich beeinflussen:

  • Mittwoch, 10. Juni: Veröffentlichung der US-Verbraucherpreise für Mai als wichtiger Indikator für die künftige Fed-Politik.
  • Donnerstag, 11. Juni: Die Europäische Zentralbank entscheidet über die Leitzinsen. Analysten erwarten eine Erhöhung des Einlagensatzes auf 2,25 Prozent.
  • Donnerstag, 11. Juni: Der geplante Börsengang von SpaceX lenkt die Aufmerksamkeit auf den breiteren Tech-Markt.

Charttechnisch entscheidet sich in den nächsten Tagen, ob die Marke um 74,50 Euro dem Verkaufsdruck standhält. Bricht diese Unterstützung, droht ein weiterer Rücksetzer in Richtung der 60-Euro-Zone. Die Branchenrotation weg von hochbewerteten Chip-Werten bleibt das dominierende Risiko für die kommenden Handelstage.

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