Infineon Aktie: 1,5 Milliarden Euro KI-Umsatz 2024
Infineon startet die ruhige Phase vor den Quartalszahlen am 5. August. Der Kurs fiel stark, während Analysten uneins über die Bewertung sind.

- Quiet Period vor Quartalszahlen begonnen
- Kursverlust von über neun Prozent
- KI-Geschäft als wichtigster Wachstumstreiber
- Analysten uneins über Kursziele
Infineon hat die sogenannte Quiet Period vor den Quartalszahlen am 5. August eingeläutet. Die Ruhephase trifft auf einen nervösen Markt. Binnen sieben Handelstagen rutschte der Kurs um über neun Prozent auf 71,15 Euro ab. Eine hohe Bewertung rückt in den Fokus.
Zwischen Rekordhoch und Realität
Trotz des jüngsten Rücksetzers steht seit Jahresbeginn ein sattes Plus von fast 86 Prozent auf der Anzeigetafel. Anfang Juni markierte der Halbleiterkonzern noch ein Rekordhoch bei knapp 90 Euro. Davon ist der Titel aktuell gut 20 Prozent entfernt.
Warburg Research warnte bereits vor einer Überhitzung. Der zentrale Kritikpunkt bleibt das Kurs-Gewinn-Verhältnis. Ein KGV von mehr als 43 verzeiht keine Fehler. Das Management muss die hohen Erwartungen nun mit operativen Erfolgen untermauern.
KI-Boom trifft auf schwachen Automarkt
Die zuletzt angehobene Jahresprognose basiert auf einem soliden zweiten Quartal. Das Segmentergebnis erreichte 653 Millionen Euro. Die operative Marge lag bei 17,1 Prozent. Für das dritte Quartal peilt der Vorstand einen Umsatz von rund 4,1 Milliarden Euro an.
Der wichtigste Treiber bleibt das Geschäft mit Stromversorgungslösungen für KI-Rechenzentren. Hier plant Infineon für das laufende Jahr rund 1,5 Milliarden Euro Umsatz. Im kommenden Jahr soll der Wert auf 2,5 Milliarden Euro klettern.
Die klassischen Endmärkte bereiten indes Sorgen. Die UBS verweist auf anhaltende Probleme in China. Das breitere Automobilgeschäft leidet unter der schwachen Nachfrage nach Elektroautos. Die Folge: ein stark gespaltenes Analystenlager.
Die Spanne der Kursziele
Die unterschiedlichen Szenarien spiegeln sich in den Bewertungen wider. Berenberg und die Bank of America bekräftigen nach Werksbesuchen ihre Kaufempfehlungen. Beide Häuser sehen die Zielmarke bei mindestens 100 Euro. Die UBS bleibt mit ihrer neutralen Einstufung deutlich vorsichtiger. Sie taxiert den fairen Wert auf lediglich 61 Euro.
Bis zum 5. August bleibt die Aktie nun ohne offiziellen Kommentar des Managements. Dann enden die Wochen der Stille mit der Vorlage der Quartalszahlen. Hält das KI-Geschäft das versprochene Tempo, könnte das die aktuelle Bewertung stützen.
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