Infineon Aktie: 16,3 Milliarden Umsatz für 2026

Infineon meldet Rekordumsatz im dritten Quartal und erhöht die Jahresziele. Die Aktie reagiert dennoch verhalten, Analysten bleiben aber optimistisch.

Die Kernpunkte:
  • Rekordumsatz von 4,17 Milliarden Euro
  • Jahresprognose auf 16,3 Milliarden Euro angehoben
  • Übernahme von ams-OSRAM-Sensorgeschäft abgeschlossen
  • Analysten bestätigen positive Bewertung trotz Kursdelle

Infineon zeigt sich operativ in guter Verfassung: Vor gut einer Woche legte der Chiphersteller Zahlen für das dritte Geschäftsquartal vor und erhöhte zugleich die Prognose für das laufende Geschäftsjahr 2026. Der Umsatz soll nun bei 16,3 Milliarden Euro liegen, zuvor hatte das Unternehmen lediglich ein „signifikantes Wachstum“ gegenüber dem Vorjahr in Aussicht gestellt. Auch beim bereinigten freien Cashflow rechnet Infineon mit mehr: 1,85 Milliarden Euro stehen nun im Raum, nach zuvor 1,65 Milliarden Euro.

Der reguläre freie Cashflow fällt dagegen niedriger aus als bislang geplant, mit 0,9 statt 1,25 Milliarden Euro. Grund ist die Übernahme des Sensorportfolios von ams OSRAM, die Mitte des Jahres abgeschlossen wurde und die Liquidität kurzfristig belastet.

Rekordumsatz und steigende Marge im dritten Quartal

Im dritten Geschäftsquartal, das zum 30. Juni endete, erzielte Infineon einen Rekordumsatz von 4,172 Milliarden Euro – ein Plus von 9,4 Prozent zum Vorquartal und 13 Prozent zum Vorjahreswert. Das Segmentergebnis kletterte auf 797 Millionen Euro, die Marge verbesserte sich um 200 Basispunkte auf 19,1 Prozent.

Für das vierte Quartal peilt das Unternehmen einen weiteren Sprung an: Der Umsatz soll um 13 Prozent auf 4,7 Milliarden Euro steigen, die Segmentmarge um 400 Basispunkte auf rund 23 Prozent zulegen. Sollte Infineon diese Marke erreichen, wäre das ein deutlicher Fortschritt gegenüber dem laufenden Quartal.

Zukauf und Kooperation stärken das Portfolio

Der Anfang Juli abgeschlossene Kauf des nicht-optischen Analog- und Mixed-Signal-Sensorgeschäfts von ams OSRAM kostete Infineon 570 Millionen Euro. Rund 230 Beschäftigte wechseln dabei zum Konzern, der zugleich mit Standorten in Valencia, Rapperswil und Hyderabad neue Fertigungs- und Entwicklungsstätten hinzugewinnt. Das übernommene Geschäft soll im Kalenderjahr 2026 rund 230 Millionen Euro Umsatz beisteuern und den Gewinn je Aktie von Beginn an stützen.

Mitte Juli vereinbarte Infineon zudem mit LS ELECTRIC eine Zusammenarbeit bei hocheffizienten Gleichstrom-Lösungen für Stromnetze und KI-Rechenzentren – ein Feld, das angesichts der wachsenden Nachfrage nach Rechenleistung für Anleger zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Kursreaktion bleibt trotz starker Zahlen verhalten

Trotz der angehobenen Prognose zeigte sich die Aktie zuletzt schwach: Seit einer Woche steht ein Minus von 0,6 Prozent zu Buche, auf Sicht von 30 Tagen sind es sogar 8,2 Prozent.

Der Schlusskurs vom Freitag lag bei 62,04 Euro, damit notiert das Papier rund 31 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 89,67 Euro. Der massive Kursgewinn seit Jahresbeginn von 64 Prozent relativiert die jüngste Schwäche allerdings deutlich.

Nach den Quartalszahlen senkte die Deutsche Bank Research ihr Kursziel von 90 auf 85 Euro, bestätigte aber die Kaufempfehlung. Als Begründung nannten die Analysten eine Profitabilität, die etwas hinter den Erwartungen zurückgeblieben sei. JPMorgan bestätigte dagegen die Einstufung „overweight“ bei einem unveränderten Kursziel von 96 Euro. Beide Häuser sehen trotz der jüngsten Kursschwäche weiteres Potenzial für die Aktie.

Der nächste Quartalsbericht ist für den 10. November angesetzt, für das kommende Berichtsquartal rechnen Analysten mit einem Gewinn je Aktie von 0,63 Euro bei einem Umsatz von rund 4,66 Milliarden Euro.

Anzeige

Infineon-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Infineon-Analyse vom 15. August liefert die Antwort:

Die neusten Infineon-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Infineon-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 15. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Infineon: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Infineon