Infineon Aktie: 3,64 Prozent auf 62,08 Euro

Starke Ergebnisse von Samsung und Micron treiben Infineon-Aktie um 3,64 Prozent nach oben. Vor den eigenen Zahlen am 5. August wächst die Zuversicht der Anleger.

Die Kernpunkte:
  • Samsung meldet Rekordumsätze bei Speicherchips
  • Micron übertrifft Analystenerwartungen deutlich
  • Infineon legt Quartalszahlen am 5. August vor
  • 19 von 20 Analysten raten zum Kauf

Speicherchip-Riesen liefern die Zahlen, Infineon profitiert mit. Die Aktie sprang am Freitag um 3,64 Prozent auf 62,08 Euro. Auslöser war keine eigene Nachricht, sondern eine branchenweite Rally – ausgerechnet kurz vor den eigenen Quartalszahlen.

Speicherchip-Riesen liefern Kursfeuerwerk

Samsung Electronics veröffentlichte seine vollständigen Ergebnisse für das zweite Quartal 2026. Der Konzern meldete Rekordumsätze bei DRAM- und NAND-Speichern. Grund dafür ist die stark gestiegene Nachfrage nach KI-Infrastruktur.

Kurz danach legte auch Micron Technology nach. Der US-Konzern verdiente 25,11 Dollar pro Aktie, die Analysten hatten nur 20,28 Dollar erwartet. Diese Überraschung trieb den gesamten Chipsektor nach oben, europäische Werte inklusive.

Die Erholung markiert eine Trendwende. Noch am 24. Juli war Infineon stark gefallen, nachdem Wettbewerber STMicro eine enttäuschende Umsatzprognose abgegeben hatte. Der gesamte europäische Halbleitersektor geriet damals unter Druck.

Anleger warten auf den 5. August

Infineon selbst schweigt aktuell. Der Konzern befindet sich vor der Veröffentlichung der eigenen Quartalszahlen in der Stillhalteperiode. Anleger nutzen deshalb die positiven Branchensignale, um die Aktie neu zu bewerten.

Der Termin steht fest: Infineon legt die Zahlen für das dritte Quartal 2026 am 5. August vor. Die Erwartungen sind hoch. Analysten schätzen den Gewinn pro Aktie auf 0,45 Euro – diese Prognose wurde in den vergangenen 90 Tagen bereits sechsmal nach oben korrigiert.

Auch die generelle Stimmung passt dazu. 19 von 20 Analysten stufen die Aktie mit „Kaufen“ ein. JPMorgan-Analysten merkten zudem an, dass der Schuldenabbau institutioneller Anleger bei Chip- und Speicherwerten wahrscheinlich abgeschlossen sei. Ein wichtiger Gegenwind der vergangenen Monate würde damit wegfallen.

Ein Jahr voller Ausschläge

Der Blick auf den Kursverlauf zeigt, wie nervös der Markt auf Halbleiterwerte reagiert. Die Aktie notiert derzeit rund 31 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 89,67 Euro, das erst Anfang Juni erreicht wurde. Die annualisierte Volatilität liegt bei knapp 70 Prozent – ein deutliches Zeichen für die heftigen Schwankungen der vergangenen Wochen.

Trotz des jüngsten Rücksetzers bleibt die längerfristige Bilanz stark. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von mehr als 64 Prozent zu Buche, auf Sicht von zwölf Monaten sind es sogar 80 Prozent.

Für die kommende Woche rückt der Quartalsbericht am 5. August in den Fokus. Der Sektor hat zuletzt stark auf Nachrichten von Wettbewerbern wie STMicro, Samsung und Micron reagiert – entsprechend hoch dürfte die Volatilität rund um die eigenen Zahlen ausfallen. Marktteilnehmer achten dabei besonders auf zwei Punkte: Signale aus dem Automobilgeschäft und die Nachfrageentwicklung bei KI-Rechenzentren, die zuletzt als zentraler Wachstumstreiber galt.

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