Infineon Aktie: 5,0-Milliarden-Fab in Dresden
Infineon erhält Analystenaufwertungen, einen Patentsieg gegen Innoscience und eröffnet die neue Chipfabrik in Dresden. Die Quartalszahlen am 5. August rücken in den Fokus.

- DZ Bank erhöht Kursziel auf 77 Euro
- Patentsieg gegen chinesischen Konkurrenten Innoscience
- Eröffnung der 5-Milliarden-Euro-Fabrik in Dresden
- Übernahme des Sensorportfolios von ams OSRAM
Infineon hat eine ereignisreiche Woche hinter sich. Nach einem kräftigen Kurssprung an der DAX-Spitze am 21. Juli, ausgelöst durch eine sektorweite Erholung im Zuge angekündigter Preiserhöhungen des Auftragsfertigers TSMC und positive Erwartungen an die Nachfrage nach Leistungshalbleitern für KI-Rechenzentren, reihen sich nun gleich zwei Analystenaufwertungen, ein Patentsieg gegen einen chinesischen Konkurrenten und die Fertigstellung mehrerer strategischer Weichenstellungen aneinander. Der Titel schloss am Mittwoch bei 69,65 Euro, ein Plus von 1,84 Prozent gegenüber dem Vortag. Auf Wochensicht steht ein Zuwachs von 8,76 Prozent zu Buche, wenngleich die Aktie mit einem Abstand von 22,33 Prozent noch unter ihrem 52-Wochen-Hoch vom 3. Juni notiert.
DZ Bank und MWB Research heben den Daumen
Am 22. Juli hob Dirk Schlamp von der DZ Bank den fairen Wert für die Infineon-Aktie von 70,00 auf 77,00 Euro an und bestätigte die Einstufung „Kaufen“. Als Begründung nannte er neue Wachstumschancen im Bereich Robotik sowie angehobene Umsatz- und Gewinnprognosen für die kommenden Geschäftsjahre.
Zwei Tage zuvor, am 20. Juli, hatte bereits Abed Jarad von MWB Research seine Einstufung von „Sell“ auf „Hold“ angehoben, das Kursziel jedoch bei 60,00 Euro belassen. Er verwies dabei auf die strukturell hohe Nachfrage nach KI-Chips und eine beginnende Aufhellung in den Sparten Industrie und Automotive – zwei Segmente, die Infineon zuletzt belastet hatten.
Patentsiege gegen Innoscience und Rekordinvestition in Dresden
Parallel zur positiven Analystenstimmung mehren sich rechtliche Erfolge. Die US-amerikanische International Trade Commission bestätigte am 7. Juli nach Ablauf einer 60-tägigen Überprüfungsfrist ein Import- und Verkaufsverbot gegen den chinesischen Wettbewerber Innoscience in den USA – die Behörde sah Patentverletzungen bei der Galliumnitrid-Technologie von Infineon als erwiesen an. Bereits Anfang Juli hatte das Landgericht München I in weiteren Verfahren zugunsten von Infineon entschieden und Innoscience Import, Verkauf und Vermarktung bestimmter GaN-Produkte in Deutschland untersagt. Für Infineon, das die Galliumnitrid-Technologie als Wachstumsfeld für Leistungshalbleiter vorantreibt, sichern diese Entscheidungen die eigene Marktposition gegenüber chinesischer Konkurrenz ab.
Auf der operativen Seite eröffnete der Konzern am 2. Juli offiziell die neue „Smart Power Fab“ in Dresden. Mit einem Investitionsvolumen von 5,0 Milliarden Euro handelt es sich um die größte Einzelinvestition der Firmengeschichte. Der Betrieb startete ein Quartal früher als ursprünglich geplant.
Zukäufe, Kooperationen und Blick auf die Quartalszahlen
Am 1. Juli schloss Infineon zudem die Übernahme des nicht-optischen Analog- und Mixed-Signal-Sensorportfolios von ams OSRAM ab. Der Barpreis betrug 570 Millionen Euro, rund 230 Mitarbeiter wechselten im Zuge der Transaktion zum Käufer. Ergänzend dazu unterzeichneten Infineon und LS ELECTRIC am 13. Juli eine Absichtserklärung zur gemeinsamen Entwicklung hocheffizienter Gleichstrom-Infrastrukturlösungen für KI-Rechenzentren und Stromnetze der nächsten Generation.
Zum Monatsanfang setzte Infineon zudem Preiserhöhungen für ausgewählte Produktgruppen um, um gestiegene Lieferkettenkosten abzufedern und der hohen Nachfrage im Bereich KI-Infrastruktur Rechnung zu tragen.
Im Fokus der Anleger dürfte nun der 5. August stehen: An diesem Tag veröffentlicht Infineon die Ergebnisse für das dritte Geschäftsquartal 2026. Analysten erwarten im Schnitt einen Umsatz von rund 4,13 Milliarden Euro. Nach der jüngsten Serie positiver Nachrichten – von Patentsiegen über die Dresdner Rekordinvestition bis zu den frischen Kurszielanhebungen – dürften die Erwartungen an die Zahlen entsprechend hoch ausfallen.
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