Infineon Aktie: 6,4-Prozent-Einbruch am 15. Juli

Infineon verliert 6,4 Prozent an einem Tag, während ASML seine Jahresziele anhebt. Der Chiphersteller leidet unter Branchenschwäche und charttechnischen Signalen.

Die Kernpunkte:
  • Kursrutsch um 6,4 Prozent
  • ASML hebt Jahresprognose an
  • Charttechnik zeigt Abwärtstrend
  • Quartalszahlen Anfang August erwartet

Eigentlich hätten die Zahlen des niederländischen Lithografie-Spezialisten ASML für Kauflaune bei europäischen Halbleiterwerten sorgen müssen. ASML hob seine Jahresprognose 2026 wegen der starken KI-Nachfrage zum zweiten Mal an, auf einen Umsatz von 43 bis 45 Milliarden Euro. Bei Infineon kam davon jedoch nichts an: Die Aktie brach am 15. Juli um 6,4 Prozent auf 67,21 Euro ein und war damit Schlusslicht im DAX, der insgesamt unter die Marke von 25.000 Punkten rutschte.

Ausverkauf trotz positivem Branchenumfeld

Der Kontrast zu anderen deutschen Chiptiteln fiel deutlich aus. Während Jenoptik zeitweise über fünf Prozent zulegte und LPKF auf 17,10 Euro kletterte, gehörte Infineon neben Siltronic zu den klaren Verlierern des Tages. Auch am Vortag hatte die Aktie im Sog der ASML-Reaktion bereits um 2,4 Prozent nachgegeben. Belastend wirkte zudem die allgemeine Stimmung im Speicherchip-Segment: Der Philadelphia-Halbleiterindex verlor an einem der jüngsten Handelstage 4,78 Prozent, nachdem SK Hynix eine Neubewertung der Sektormargen ausgelöst hatte und Sandisk um 14 Prozent einbrach.

Charttechnik zeigt klare Schwächephase

Die aktuellen Kursdaten unterstreichen den Abwärtstrend der vergangenen Wochen. Zum Schlusskurs vom Mittwoch bei 67,49 Euro steht auf Sicht von sieben Tagen ein Minus von 8,06 Prozent zu Buche, auf 30 Tage summiert sich der Rückgang auf 13,86 Prozent. Der Relative-Stärke-Index von 39,0 signalisiert eine überverkaufte Tendenz, ohne bereits extreme Werte zu erreichen. Zum 50-Tage-Durchschnitt von 75,04 Euro beträgt der Abstand aktuell minus 10,06 Prozent, zum 52-Wochen-Hoch von 89,67 Euro, erreicht am 3. Juni 2026, klafft eine Lücke von 24,74 Prozent.

Trotz der jüngsten Verluste bleibt die Jahresbilanz beeindruckend. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 76,19 Prozent zu Buche, auf Zwölfmonatssicht sind es sogar 79,18 Prozent. Zum 52-Wochen-Tief von 31,34 Euro, notiert am 21. November 2025, beträgt der Abstand mehr als 115 Prozent. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei hohen 71,79 Prozent – ein Hinweis auf die starken Kursschwankungen der vergangenen Wochen. Die Marktkapitalisierung beläuft sich derzeit auf 94,38 Milliarden Euro.

Blick auf die kommenden Quartalszahlen

Anleger richten den Blick nun auf die nächsten Geschäftszahlen, die für den 5. August 2026 angesetzt sind. Beim vergangenen Bericht Anfang Mai hatte Infineon einen Gewinn je Aktie von 0,40 US-Dollar ausgewiesen und damit die Konsensschätzung von 0,41 US-Dollar knapp verfehlt. Der Umsatz von 4,48 Milliarden US-Dollar übertraf dagegen die Erwartung von 4,46 Milliarden. Für das dritte Quartal stellte das Unternehmen einen Umsatz von 4,8 Milliarden US-Dollar in Aussicht. Analysten kalkulieren für das Gesamtjahr 2026 mit einem Gewinn je Aktie von 2,03 US-Dollar, für 2027 mit 3,04 US-Dollar. Bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von zuletzt über 90 bewegt sich die Bewertung auf einem sportlichen Niveau, das den Aktienkurs anfällig für Gewinnmitnahmen macht – wie der jüngste Kursrutsch zeigt, obwohl die übergeordnete Nachfragestory rund um Halbleiter für Künstliche Intelligenz weiterhin intakt erscheint.

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