Infineon Aktie: 6,64 Prozent Minus nach STMicro-Schock

Die Aktie von Infineon fällt nach enttäuschendem Ausblick von STMicroelectronics um über 6,6 Prozent und ist damit Schlusslicht im DAX.

Die Kernpunkte:
  • Infineon verliert 6,64 Prozent im DAX
  • STMicroelectronics senkt Umsatzprognose für Q3
  • Chipwerte unter Druck durch schwache Nachfrage
  • Eigener Quartalsbericht im August erwartet

Ein enttäuschender Ausblick aus Frankreich reißt den halben europäischen Chipsektor mit nach unten. Infineon verliert am Donnerstag 6,64 Prozent und schließt bei 65,25 Euro. Auslöser ist eine schwache Umsatzprognose von STMicroelectronics, die den gesamten Sektor erschüttert.

STMicroelectronics zieht den Sektor mit runter

STMicroelectronics erwartet für das dritte Quartal einen Umsatz von 3,7 Milliarden Dollar. Analysten hatten mit knapp 3,8 Milliarden Dollar gerechnet. Die Differenz ist klein, die Reaktion der Börse dafür umso heftiger.

An der Pariser Euronext bricht die STMicro-Aktie zeitweise um 17 Prozent ein. Das ist der tiefste Stand seit Mitte Mai. Ein Analyst der US-Bank Jefferies nennt einen möglichen Grund: Die Fertigung des iPhone 18 laufe womöglich langsamer an als erwartet.

Verschärft wird die Lage durch schwache Signale aus den USA. Texas Instruments verliert im vorbörslichen Handel fast sechs Prozent. Der Konzern hatte seine eigene Prognose zuvor sogar angehoben. Die Reaktion zeigt: Der Markt reagiert derzeit nervös auf jedes Signal aus der Chipbranche.

Infineon als Schlusslicht im DAX

Infineon spürt den Druck aus Paris besonders stark. Die Aktie notiert bereits vorbörslich auf der Handelsplattform Tradegate mehr als drei Prozent unter dem Vortagesschluss. Am Ende des Handelstags steht Infineon als Schlusslicht im DAX da.

Der Grund für die enge Kopplung an STMicro und Texas Instruments liegt im Geschäftsmodell. Alle drei Unternehmen beliefern die Automobilbranche und die Industrie mit Chips. Schwächelt ein Wettbewerber in diesen Märkten, wertet der Markt das oft als Signal für die gesamte Branche.

Bewertung rückt in den Fokus

Der Rücksetzer bremst eine beeindruckende Serie. Seit Jahresbeginn steht für Infineon noch immer ein Plus von rund 73 Prozent zu Buche – die beste Performance aller DAX-Werte. Vom 52-Wochen-Hoch bei 89,67 Euro trennen die Aktie nach dem Kursrutsch aber schon wieder mehr als 27 Prozent.

Die hohe Bewertung macht die Aktie anfällig für genau solche Rücksetzer. Ein Kommentar von wallstreet-online verweist auf Gewinnvielfache von 55 für das laufende und knapp 30 für das kommende Geschäftsjahr. Bei diesen Multiplikatoren drohe Infineon ein ähnliches Schicksal wie STMicroelectronics, dessen Kurs nach der enttäuschenden Prognose stark eingebrochen war.

Eigene Zahlen im August als nächster Test

Für Infineon-Anleger rückt nun der eigene Quartalsbericht in den Fokus. Die Zahlen zum dritten Geschäftsquartal sollen zeigen, ob die Nachfrage aus dem KI-Geschäft die Schwäche in Automobil- und Industriesparte ausgleichen kann. Genau in diesen Bereichen hatten zuvor auch STMicroelectronics und Texas Instruments Probleme gemeldet.

Bis zu diesem Termin bleibt die Aktie ein Gradmesser für die Stimmung im europäischen Chipsektor. Bei einer Bewertung mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen von über 50 reagiert der Markt auf jede neue Unsicherheit empfindlich.

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