Infineon Aktie: 8 bis 12 Milliarden Marktvolumen für KI-Stromversorgung

Infineon sieht bis 2030 ein Marktvolumen von bis zu zwölf Milliarden Euro für KI-Stromversorgung. Quartalszahlen übertreffen Erwartungen, Prognose angehoben.

Die Kernpunkte:
  • Milliardenmarkt für KI-Stromversorgung prognostiziert
  • Umsatzplus von 13 Prozent im dritten Quartal
  • KI-Umsatzprognose auf 1,6 Milliarden Euro angehoben
  • Aktie konsolidiert nach starker Jahresrally

Infineon hat für den Bereich Stromversorgung von Rechenzentren, die künstliche Intelligenz betreiben, ein adressierbares Marktvolumen von 8 bis 12 Milliarden Euro bis zum Ende des Jahrzehnts in Aussicht gestellt. Die Prognose fügt sich in eine Reihe von Ankündigungen, mit denen der Münchener Halbleiterkonzern sein Wachstumsfeld rund um KI-Infrastruktur schärft.

Bereits Mitte Juli hatte Infineon gemeinsam mit dem südkoreanischen Unternehmen LS Electric eine Zusammenarbeit bei der Entwicklung hocheffizienter Gleichstrom-Stromversorgungslösungen für KI-Rechenzentren vereinbart.

Die Partnerschaft zielt auf ein Marktsegment, das laut Unternehmensangaben in den kommenden Jahren kräftig wachsen soll, da Rechenzentren für KI-Anwendungen deutlich mehr Energie effizient bereitstellen müssen als klassische Serverfarmen.

Umsatz und Gewinn legen deutlich zu

Untermauert wird die strategische Ausrichtung durch die jüngsten Quartalszahlen. Im dritten Geschäftsquartal 2026 steigerte Infineon den Umsatz um 13 Prozent auf 4,17 Milliarden Euro, der Gewinn kletterte um 39 Prozent auf 423 Millionen Euro.

Für das laufende vierte Quartal stellte das Management einen Umsatz von rund 4,7 Milliarden Euro in Aussicht. Das Unternehmen hob zudem seine Prognose für den KI-bezogenen Umsatz im Geschäftsjahr 2026 von zuvor 1,5 auf 1,6 Milliarden Euro an.

Ergänzend dazu verweisen Analysten von eToro auf eine kumulierte Nachfrage nach Leistungshalbleitern aus den Bereichen Siliziumkarbid und Galliumnitrid im hohen einstelligen Milliardenbereich. Aus Unternehmenssicht besteht dabei das Risiko, dass das verfügbare Angebot mit dieser Nachfrage nicht Schritt halten kann – ein Umstand, der Infineons Kapazitätsplanung in den kommenden Jahren prägen dürfte.

Sektor-Rückenwind und Kursbild

Zusätzlichen Schub erhielt die Aktie durch eine sektorweite Rally: Der Halbleiterausrüster ASML hatte seine Umsatzprognose für 2026 wegen anhaltender KI-Nachfrage auf 43 bis 45 Milliarden Euro angehoben, was positive Ausstrahlungseffekte auf den europäischen Chipsektor einschließlich Infineon auslöste.

Am Kursverlauf zeigt sich dennoch, dass die Euphorie zuletzt etwas nachließ. Zum Freitagsschluss notierte die Infineon-Aktie bei 62,04 Euro, ein Minus von 0,6 Prozent an einem Tag, der die Bewegung der vergangenen Woche exakt widerspiegelt. Über die vergangenen 30 Tage summiert sich der Rückgang auf 8,2 Prozent.

Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von 64 Prozent zu Buche – ein Hinweis darauf, dass die aktuelle Schwäche eher eine Verschnaufpause nach einem kräftigen Anstieg ist als eine Trendwende. Vom 52-Wochen-Hoch bei 89,67 Euro trennen die Aktie derzeit 31 Prozent.

Parallel zur operativen Entwicklung läuft ein limitiertes Aktienrückkaufprogramm, das Infineon Anfang August gestartet hat und das der Erfüllung von Verpflichtungen aus Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen dient.

Bewertung bleibt im Fokus

Das Analysehaus Morningstar erhöhte am 6. August seine Fair-Value-Schätzung für die Infineon-Aktie von 55 auf 62 Euro und begründete dies mit angepassten mittelfristigen Umsatzannahmen. Am selben Tag bestätigten mehrere Institute nach den Quartalszahlen ihre Einschätzungen, darunter Deutsche Bank und Jefferies mit „Buy“ sowie Bernstein Research mit „Outperform“, während UBS bei „Neutral“ verharrte.

Für Anleger verdichtet sich damit ein Bild: Die operative Dynamik bei Infineon speist sich zunehmend aus dem KI-Geschäft, während die Aktie nach der starken Rally im bisherigen Jahresverlauf konsolidiert. Ob die angepeilten Milliardenmärkte bei der Stromversorgung von Rechenzentren die aktuelle Bewertung rechtfertigen, dürfte sich an den kommenden Quartalsergebnissen entscheiden.

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