Infineon Aktie: 800-Volt-Strategie mit Nvidia
Infineon und Nvidia entwickeln 800-Volt-Architekturen für KI-Rechenzentren, während die Aktie trotz Wachstumschancen stark nachgibt.

- Gemeinsame 800-Volt-Entwicklung mit Nvidia
- Umsatzpotenzial im KI-Segment wächst
- Aktie verliert trotz operativer Fortschritte
- Analysten uneins über Kursentwicklung
Infineon und Nvidia entwickeln gemeinsam 800-Volt-Architekturen für die nächste Generation von KI-Rechenzentren. An der Börse zählt diese Kooperation aktuell wenig. Die Aktie büßte binnen 30 Tagen fast 18 Prozent ein. Die Kluft zwischen operativer Chance und Kursverlauf treibt Anleger derzeit um.
800-Volt-Strategie mit Nvidia
Ein Branchenbericht vom Sonntag beleuchtet Infineons Rolle bei der Stromversorgung neuer KI-Infrastruktur. Im Zentrum steht die Entwicklung von 800-Volt-Architekturen zusammen mit Nvidia. Das Ziel: Umwandlungsverluste in Rechenzentren senken und die Leistungsdichte erhöhen.
Dieses Geschäftsfeld erzielte 2024 einen Umsatz von rund 250 Millionen Euro. Experten erwarten, dass sich der Umsatz in den kommenden Jahren vervielfacht. Vor wenigen Tagen kam eine weitere Kooperation hinzu: mit LS Electric im Bereich Gleichstrom-Infrastruktur für KI-Anwendungen. Die Ambitionen des Münchener Konzerns in diesem Wachstumssegment werden damit sichtbarer.
Kursverfall trotz Wachstumschancen
Die operativen Fortschritte konnten den Sektordruck bisher nicht ausgleichen. Am Freitag fiel die Aktie erneut, der Rückgang auf Sicht von 30 Tagen wuchs damit auf fast 18 Prozent.
Der RSI von 38,5 deutet auf eine überverkaufte Aktie hin. Historisch zieht ein solches Niveau oft neue Käufer an. Als Unterstützung gilt weiterhin der 100-Tage-Durchschnitt bei 61,22 Euro, den die Aktie in den vergangenen Handelstagen mehrfach getestet hat.
Analysten uneinig: Kursziele zwischen 61 und 108 Euro
Selten liegen die Einschätzungen bei einem DAX-Wert so weit auseinander wie derzeit bei Infineon:
- UBS: Neutral, Kursziel 61 Euro. Die Analysten warnen vor Marktanteilsverlusten im KI-Segment und einem schwierigen China-Geschäft im zweiten Halbjahr 2026.
- Bank of America: Kursziel 108 Euro. Begründung ist die dominante Stellung bei Leistungshalbleitern, die für energiehungrige KI-Server unverzichtbar sind.
- Berenberg: Kursziel 100 Euro. Die Bank sieht massives Potenzial durch die Kapazitäten der neuen „Smart Power Fab“ in Dresden.
Diese Spanne zeigt: Der Markt streitet nicht über Details, sondern über die grundsätzliche Richtung des Geschäfts.
Ausblick auf den 5. August
Am 5. August 2026 legt Infineon die Zahlen für das dritte Geschäftsquartal vor. Marktteilnehmer erwarten Hinweise darauf, wie schnell sich die neuen Kapazitäten in Dresden auslasten lassen. Entscheidend wird auch, ob die Guidance für das KI-Geschäft die Schwäche im klassischen Industriesektor ausgleichen kann. Von diesem Termin hängt ab, ob die „KI-Power“-Story tatsächlich zur Bodenbildung führt.
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