Infineon-Aktie: Abgestraft und mitgerissen

Der Chiphersteller Infineon hat eigentlich alles richtig gemacht. Aber die Aktionäre strafen den Wert trotzdem ab.

Infineon-Chef Reinhard Ploss kann eigentlich nur Gutes vermelden. Umsatz und Gewinn sind im letzten Quartal erneut gestiegen und der Bedarf der Kunden übersteigt die Produktion. Aber die Aktie rutschte in der vergangenen Woche trotzdem ab. Das lag wohl zum einen an negativen Meldungen der Branche. Denn die Nvidia, ams und Applied Materials enttäuschten mit ihren Zahlen und Ausblicken. Zum anderen fanden die Analysten aber auch Schwachstellen in der Quartalsmeldung.

Konjunkturabschwung befürchtet

Außerdem befürchten immer mehr Experten einen Konjunkturabschwung. Da Infineon angekündigt hat, seine Kapazitäten weiter auszubauen, käme dieser dann zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt. Denn in 2018/2019 will das Unternehmen insgesamt 1,6 bis 1,7 Milliarden Euro investieren. Vor allem in Dresden und Villach.  Denn die neue Fabrik in Villach soll einspringen, wenn in Dresden voraussichtlich 2021 die Kapazitätsgrenze erreicht wird.

Die Analysten zweifeln daran, dass diese langfristigen Investitionen “kurzfristig korrigiert” werden könnten, falls erforderlich. Doch Vorstandschef Ploss hält dagegen. Aufgrund der positiven Signale der Kunden geht er davon aus, “dass unsere Märkte stabil bleiben”. “Wir beobachten die weitere Entwicklung sehr genau. Bei einer Abschwächung der Nachfrage werden wir reagieren.” Dies könne dann etwa ein langsamerer Kapazitätsausbau oder reduzierte Investitionen sein. Dennoch gilt seiner Meinung nach wie vor: “Der Markt für Halbleiter wird langfristig wachsen.” Die mittelfristigen Ziele – wie ein durchschnittliches Wachstum von 9 % pro Jahr – bestätigte Ploss erneut.

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