Infineon Aktie: Berenberg widerspricht Verkaufsdruck

Infineon verliert weiter an Wert, doch Berenberg und Bernstein sehen Chancen. Die Kursziele der Analysten liegen zwischen 65 und 102 Euro.

Die Kernpunkte:
  • Infineon verliert an zwei Handelstagen
  • Morgan Stanley senkt Einstufung
  • Berenberg bestätigt Kaufempfehlung
  • Bernstein sieht 102 Euro fairen Wert

Zwei Tage, zwei Abstufungen – und trotzdem finden sich immer neue Käufer. Infineon fällt weiter, doch die Analystenzunft ist sich alles andere als einig darüber, ob der Rückgang eine Warnung oder eine Gelegenheit ist.

Am Mittwoch verlor die Aktie im Xetra-Handel zeitweise 2,58 Prozent auf 56,94 Euro. Der Rutsch folgt auf einen bereits schwachen Dienstag, an dem das Papier 3,85 Prozent einbüßte und mit 58,45 Euro zu den größten DAX-Verlierern zählte. Auslöser war eine Abstufung durch Morgan Stanley, die ihr Kursziel dennoch bei 65,00 Euro beließ – deutlich über dem aktuellen Niveau.

Berenberg und Bernstein sehen Einstiegschance

Berenberg-Analystin Tammy Qiu bekräftigte trotz der Kursschwäche ihre Kaufempfehlung. Ihr Argument: Der Investitionszyklus im Halbleiterbereich dürfte sich über 2028 hinaus fortsetzen, gestützt auf anhaltend hohe Ausgaben des taiwanischen Auftragsfertigers TSMC. Chips für KI-Anwendungen liefen weiter gut, in anderen Marktsegmenten zeigten sich erste Erholungssignale.

Noch optimistischer positioniert sich Bernstein Research. Analyst David Dai stufte die Aktie erneut mit „Outperform“ ein und bezifferte den fairen Wert unverändert auf 102,00 Euro – ein Aufwärtspotenzial von rund 74 Prozent gegenüber dem Vortagsschlusskurs.

Dai verweist auf das Automobilgeschäft, das sich seiner Einschätzung nach allmählich stabilisiert. Der Endmarkt für Kraftfahrzeuge bleibt zwar schwach, eine sich aufhellende Preisentwicklung hält Dai jedoch für einen unterschätzten Hebel für Infineons Ertragskraft.

Gespaltenes Bild, klare Richtung der Optimisten

Die Kursziele der drei Häuser reichen von 65 bis 102 Euro – eine Spanne, die zeigt, wie unterschiedlich Morgan Stanley einerseits und Berenberg sowie Bernstein andererseits die kurzfristigen Risiken gegen die langfristige KI-Nachfrage gewichten.

Während Morgan Stanley trotz Abstufung grundsätzlich optimistisch bleibt, was die KI-getriebene Nachfrage und die zyklische Erholung angeht, sehen Berenberg und Bernstein im aktuellen Kursrückgang bereits eine attraktive Einstiegsgelegenheit.

Für die Aktie bedeutet das: Der fundamentale Rahmen – anhaltende KI-Nachfrage, sich stabilisierender Automarkt – bleibt intakt, auch wenn der Kurs kurzfristig unter dem Analystenoptimismus leidet. Wie schnell sich diese Lücke schließt, dürfte maßgeblich davon abhängen, ob sich die von Dai erwartete Preiserholung im Automobilsegment in den kommenden Quartalszahlen bestätigt.

Anzeige

Infineon-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Infineon-Analyse vom 9. September liefert die Antwort:

Die neusten Infineon-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Infineon-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 9. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Infineon: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Infineon