Infineon Aktie: Dreijahresvertrag mit Vertiv
Vertiv bezieht Leistungshalbleiter für KI-Rechenzentren und weitere Anwendungen; finanzielle Einzelheiten des Vertrags bleiben offen.

- Liefervereinbarung läuft bis 2029
- Silizium- und Siliziumkarbid-Bauteile vorgesehen
- Vertiv setzt auf mehrere Lieferanten
- Infineon-Aktie verliert 0,92 Prozent
Infineon sichert sich einen Platz in der Lieferkette der KI-Rechenzentren: Der Chiphersteller hat mit dem US-Infrastrukturspezialisten Vertiv eine dreijährige strategische Vereinbarung über Leistungshalbleiter geschlossen. Die Aktie reagierte dennoch leicht im Minus.
Was die Vereinbarung umfasst
Vertiv erhält langfristigen Zugang zu Leistungshalbleitern auf Basis von Silizium und Siliziumkarbid. Die Bauteile sollen im gesamten Produktportfolio des Unternehmens zum Einsatz kommen, darunter die neuen 800-Volt-Gleichstromsysteme für KI-Anwendungen. Auch Anwendungen in Kommunikationsnetzen sowie im gewerblichen und industriellen Bereich zählen dazu.
Für Vertiv geht es vor allem um Planungssicherheit. Das Unternehmen weitet seine Produktion aus, um die wachsende Nachfrage nach digitaler Infrastruktur zu bedienen, und will Lieferengpässe vermeiden. Die Vereinbarung gibt dem Konzern nach eigener Darstellung mehr Transparenz und Verlässlichkeit bei der Versorgung. Sie ist Teil einer Multi-Lieferanten-Strategie, Infineon bleibt also nicht der einzige Partner.
Die Zusammenarbeit selbst ist nicht neu. Beide Unternehmen arbeiten seit Jahrzehnten zusammen, der neue Vertrag vertieft die Beziehung und soll auch die Technologie-Roadmaps enger abstimmen.
Warum Vertiv auf Infineon setzt
Vertiv nennt als Gründe die technische Breite des Münchner Konzerns bei IGBT-, Silizium- und Siliziumkarbid-Technologien. Hinzu kommen die globalen Fertigungskapazitäten und die Qualitätsbilanz. Die Bauteile werden weltweit produziert und in Vertiv-Produkte auf allen Märkten integriert.
Infineon-Vertriebsvorstand Andreas Weisl für das Industriegeschäft betont die gemeinsame Ausrichtung auf die steigenden Anforderungen kritischer Stromversorgung. Vertiv-Einkaufschefin Frieda He verweist auf den raschen Wandel durch KI, der die Energieversorgung von Rechenzentren grundlegend verändere.
Börsenreaktion
Finanzielle Details nennen die Unternehmen nicht, weder zum Volumen noch zu Preisen. Das erschwert eine Einordnung des Umsatzbeitrags. An der Börse zeigte sich ein gemischtes Bild: Infineon gab im XETRA-Handel zuletzt um 0,92 Prozent auf 51,92 Euro nach. Vertiv-Papiere verloren in New York mit gut 10 Prozent deutlich stärker, ein direkter Zusammenhang mit dem Vertrag ist jedoch nicht erkennbar.
Der Abschluss unterstreicht, dass Infineon im Geschäft mit Stromversorgung für KI-Rechenzentren gefragt bleibt. Die Laufzeit bis 2029 verschafft dem Konzern in diesem Bereich einen verlässlichen Abnehmer, auch wenn Vertiv parallel weitere Lieferanten nutzt.
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