Infineon Aktie: Goldman hebt Ziel auf 88 Euro

Goldman Sachs sieht Infineon dank KI-Infrastruktur-Boom als Profiteur und hebt das Kursziel auf 88 Euro an. Analysten erwarten starkes Wachstum.

Die Kernpunkte:
  • Kursziel von 75 auf 88 Euro angehoben
  • KI-Rechenzentren treiben Chip-Nachfrage
  • Dresdner Fabrik als Milliarden-Investition
  • Aktie mit 108 Prozent Plus seit Jahresstart

Goldman Sachs hat das Kursziel für Infineon von 75 auf 88 Euro angehoben. Die Einstufung bleibt „Buy“. Analyst Alexander Duval begründet den Schritt mit einem höheren Bewertungsmultiplikator — und vor allem mit den Wachstumschancen durch KI-Infrastruktur.

KI-Stromversorgung treibt die Neubewertung

Der Impuls kommt nicht aus dem klassischen Chip-Geschäft. Goldman Sachs sieht Infineon als Profiteur der steigenden Nachfrage nach Leistungshalbleitern für KI-Rechenzentren. Konkret: Die Energieversorgung dieser Anlagen braucht spezialisierte Chips — und Infineon liefert sie.

Das Unternehmen selbst hat diese Story bereits mit Zahlen unterlegt. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 erzielte Infineon einen Umsatz von 3,8 Milliarden Euro. Die Segmentergebnis-Marge lag bei 17,1 Prozent. Für das Gesamtjahr peilt der Konzern rund 20 Prozent an — ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr.

Dresden als Wachstumshebel

Hinter der Analystenfantasie steckt auch ein konkretes Investitionsprojekt. Infineon verdoppelt die Kapazität am Standort Dresden. Produktionsvorstand Alexander Gorski sagte, KI-Rechenzentren seien konstant hoch ausgelastet.

Die neue Dresdner Fabrik ist Infineons größte Einzelinvestition. Sie kostet 5 Milliarden Euro und wird mit EU-Subventionen gefördert. Die Eröffnung ist für den 2. Juli 2026 geplant. Langfristig soll das Werk bis zu 5 Milliarden Euro zusätzlichen Jahresumsatz ermöglichen.

Starke Rally, hohe Erwartungen

Die Aktie hat in diesem Jahr bereits massiv zugelegt. Seit Jahresbeginn beträgt das Plus rund 108 Prozent. Auf Zwölfmonatssicht sind es sogar 124 Prozent. Der Schlusskurs vom Freitag lag bei 79,66 Euro — damit notiert die Aktie gut 28 Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt.

Das neue Goldman-Kursziel von 88 Euro liegt knapp unter dem 52-Wochen-Hoch von 89,67 Euro, das Infineon Anfang Juni markierte. Der RSI von knapp 60 signalisiert keine Überhitzung. Allerdings zeigt die annualisierte 30-Tage-Volatilität von rund 75 Prozent, wie viel Schwankung in der Aktie steckt.

Die operative Basis stimmt: höhere Jahresprognose, wachsende Nachfrage nach Leistungshalbleitern, bald eröffnende Fabrik. Das Kursniveau setzt voraus, dass diese Nachfrage auch in den kommenden Quartalen in Umsatz und Marge sichtbar bleibt — der Kapazitätsausbau in Dresden liefert dafür ab Juli den ersten Praxistest.

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