Infineon Aktie: Jefferies sieht Zyklus-Gipfel
Jefferies bestätigt die Kaufempfehlung, während Infineon Leistungshalbleiter für Eatons Plattform in KI-Rechenzentren bereitstellt.

- Jefferies hält an „Buy“ fest
- Kursziel bleibt bei 96 Euro
- Siliziumkarbid-Chips für Eaton-Plattform
- Verkauf an Winbond noch nicht abgeschlossen
Starke Nachfrage, aber kaum Luft nach oben: Jefferies hält Infineon die Treue, warnt jedoch vor einem Zyklus-Peak im vierten Quartal. Parallel liefert der Chipkonzern frische Nachrichten aus dem KI-Geschäft.
Jefferies bleibt bei Buy
Analyst Janardan Menon belässt die Einstufung auf „Buy“ mit einem Kursziel von 96 Euro. Die Nachfrage nach Halbleitern bleibe stark, die meisten Unternehmen dürften die Erwartungen der Berichtssaison zumindest erfüllen. Die Prognosen dürften aber kaum steigen, was die Kurse belasten könnte.
Menon rechnet im vierten Quartal mit dem Höhepunkt des Zyklus. Bewertungen sinken typischerweise mit drei bis sechs Monaten Vorlauf und dürften entsprechend unter Druck bleiben. Infineon zählt dennoch neben Nokia und AMS-Osram zu seinen Top-Favoriten, weil er für das Geschäftsjahr 2027 besonders optimistisch bei den Gewinnen ist.
Das übrige Analystenbild ist gemischt. Oddo BHF und Warburg Research stuften die Aktie im September auf „Buy“ hoch, mit Kurszielen von 80 und 84 Euro. Morgan Stanley senkte dagegen auf „Hold“ und setzte das Ziel auf 65 Euro. Die Aktie notierte im Xetra-Handel zuletzt bei etwa 59 Euro und pendelte um den Vortagesschlusskurs.
Eaton-Deal erweitert das Rechenzentrums-Portfolio
Infineon liefert Siliziumkarbid-Leistungshalbleiter an Eaton, für dessen Solid-State-Transformer-Plattform MVSST 2.0. Sie soll Energie effizienter umwandeln und KI-Rechenzentren stabiler ans Stromnetz anbinden. Im Zentrum stehen 800-Volt-Gleichstromarchitekturen, die weniger Umwandlungsstufen benötigen als klassische Lösungen.
Ein Auftragsvolumen nennt Infineon nicht. Der Umsatzeffekt dürfte sich daher eher mittelfristig mit dem Hochlauf dieser Architektur zeigen.
Der Deal fügt sich in eine Reihe ähnlicher Schritte. Anfang September unterzeichnete Infineon mit Skeleton Technologies eine Absichtserklärung für Energielösungen in Rechenzentren. Mit SolarEdge arbeitet der Konzern seit Ende 2025 an einem modularen Solid-State-Transformer-Baustein.
Kerngeschäft wird geschärft
Zugleich trennt sich Infineon von Randbereichen. Mitte September vereinbarte der Konzern den Verkauf seines NOR-Flash- und F-RAM-Geschäfts an Winbond Electronics für 1,12 Milliarden US-Dollar. Der Abschluss wird für die zweite Jahreshälfte 2027 erwartet.
Der nächste Zahlentermin ist für den 10. November vorgesehen, gilt aber bislang als unbestätigt. Dann lässt sich prüfen, ob die Rechenzentrums-Strategie in den Geschäftszahlen sichtbar wird und ob Menons These vom Zyklus-Peak im vierten Quartal Bestand hat.
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