Infineon Aktie: Kooperation mit LS Electric für KI-Stromversorgung

Infineon baut sein Geschäft mit KI-Rechenzentren durch Partnerschaften und Zukäufe aus. Die Aktie bleibt trotz positiver Aussichten unter Druck.

Die Kernpunkte:
  • Partnerschaft mit LS Electric für Gleichstromlösungen
  • Umsatzprognose für KI-Rechenzentren deutlich angehoben
  • Aktie trotz strategischer Fortschritte im Minus
  • Investitionen in Kapazitäten und Übernahmen erhöht

Infineon treibt seine Strategie im Geschäft mit Stromversorgungslösungen für Rechenzentren weiter voran. Das Unternehmen kündigte eine Kooperation mit dem südkoreanischen Elektrotechnikkonzern LS Electric an, um hocheffiziente Gleichstrom-Stromversorgungen für KI-Rechenzentren zu entwickeln. Die Partnerschaft soll das Portfolio in einem Segment stärken, das Infineon-Chef Hanebeck als wichtigsten Wachstumstreiber des Konzerns bezeichnet hat.

Rechenzentrums-Geschäft soll sich mehr als verdoppeln

Die Kooperation mit LS Electric fügt sich in eine Reihe von Schritten, mit denen Infineon sein KI-Geschäft ausbaut. Bereits Ende August hatte der Konzern die Übernahme von C2i Semiconductors aus Bangalore angekündigt, um das Portfolio für digitale Stromversorgungslösungen in KI-Rechenzentren zu stärken. Der Abschluss dieser Transaktion wird für das dritte Quartal 2026 erwartet.

Infineon beziffert die Umsätze aus dem KI-Rechenzentrums-Geschäft für das laufende Jahr auf rund 1,5 bis 1,6 Milliarden Euro. Für 2027 rechnet der Konzern mit einem Anstieg auf etwa 2,5 Milliarden Euro – eine deutliche Ausweitung, die zeigt, welchen Stellenwert das Segment inzwischen einnimmt.

Um diese Wachstumspläne zu unterfüttern, hatte Infineon bereits die Investitionsprognose für das laufende Jahr um 500 Millionen Euro auf 2,7 Milliarden Euro angehoben.

Der Rückenwind aus der Branche bleibt dabei spürbar: Der niederländische Wettbewerber ASML hob seine Jahresprognose für 2026 kürzlich von 36 bis 40 Milliarden Euro auf 43 bis 45 Milliarden Euro an und begründete dies mit der anhaltenden Nachfrage aus dem KI-Bereich. Für Infineon als Zulieferer von Leistungshalbleitern für Rechenzentren ist das ein positives Signal für die eigene Nachfrageentwicklung.

Kurs bleibt unter Druck trotz strategischer Fortschritte

An der Börse hat die Serie an strategischen Nachrichten die Aktie bislang nicht beflügelt. Das Papier notiert aktuell bei 55,30 Euro und liegt damit rund 38 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 89,67 Euro, das Anfang Juni erreicht wurde.

Der jüngste Kursrutsch – seit den Quartalszahlen vor gut drei Wochen büßte die Aktie 8,4 Prozent ein, seit der Inbetriebnahme der Smart Power Fab in Dresden vor über einem Monat sogar 29,5 Prozent – zeigt, dass operative Fortschritte und Kursreaktion derzeit auseinanderlaufen.

Seit Jahresbeginn steht die Aktie dennoch mit einem Plus von 47 Prozent da, was die Volatilität des laufenden Börsenjahres unterstreicht. Anleger scheinen die milliardenschweren Investitionen in Kapazitäten und Übernahmen kurzfristig eher als Belastung für die Marge zu werten, auch wenn die Konzernführung sie als notwendige Grundlage für das erwartete KI-Wachstum darstellt.

Ausblick: Strategie zahlt sich erst mittelfristig aus

Die Kombination aus C2i-Übernahme, der LS-Electric-Kooperation und dem bereits abgeschlossenen Erwerb des Sensorportfolios von ams OSRAM – das für das laufende Kalenderjahr rund 230 Millionen Euro Umsatz beisteuern soll – zeigt, dass Infineon sein Portfolio systematisch auf das Wachstumsfeld Rechenzentren und Leistungselektronik ausrichtet.

Ob sich diese Weichenstellungen in den kommenden Quartalen auch im Aktienkurs niederschlagen, dürfte maßgeblich davon abhängen, wie schnell die angepeilten KI-Umsätze tatsächlich realisiert werden.

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