Infineon Aktie: Makrodruck trifft Chipwerte

Makroökonomische Belastungen drücken den Kurs, während Infineon im dritten Geschäftsquartal 4,17 Milliarden Euro Umsatz erzielte.

Die Kernpunkte:
  • Aktie verliert am Donnerstag rund 4,5 Prozent
  • Ölpreise und Renditen belasten Chipwerte
  • Quartalsumsatz erreicht 4,17 Milliarden Euro
  • Analysten halten an positiven Bewertungen fest

Gute Branchenzahlen, schwacher Kurs: Bei Infineon klaffen Nachrichtenlage und Börsenreaktion derzeit auseinander. Die Aktie rutscht am Donnerstag mit rund 4,5 Prozent Minus ans DAX-Ende, auf etwa 58,39 Euro. Eine Unternehmensmeldung gibt es dafür nicht.

Makro statt Mikro

Schon am Mittwoch hatte das Papier knapp 6 Prozent auf 60,95 Euro verloren. Auslöser sind keine Firmennachrichten, sondern das Umfeld: steigende Ölpreise, hohe Anleiherenditen und die Erwartung weiterer Zinsschritte der US-Notenbank. Das belastet zinssensitive Wachstumswerte, und Anleger nutzen die Gelegenheit zu Gewinnmitnahmen. Der Branchenkollege SUSS MicroTec traf es am Mittwoch im MDAX noch härter.

Obendrein wächst die Vorsicht vor den anstehenden Zahlen der großen Chipkonzerne. Auch ein starker Samsung-Bericht half nicht. Der Konzern steigerte seinen operativen Gewinn im dritten Quartal um 782 Prozent, getragen von Speicherchips für KI-Rechenzentren. Der Umsatz lag knapp unter den Markterwartungen, die Samsung-Aktie gab leicht nach.

Warum Samsung für Infineon zählt

In denselben Serverschränken stecken Infineons Stromversorgungschips. Aus dem KI-Geschäft erwartet der Konzern im laufenden Geschäftsjahr mehr als 1,6 Milliarden Euro Umsatz, im Folgejahr sollen es 2,5 Milliarden Euro werden. Bislang entfällt darauf allerdings erst etwa ein Zehntel des erwarteten Gesamtumsatzes von 16,3 Milliarden Euro.

Operativ lief es zuletzt rund. Im dritten Geschäftsquartal erzielte Infineon einen Rekordumsatz von 4,17 Milliarden Euro bei einer Segmentmarge von 19,1 Prozent. Die Übernahme von C2i Semiconductors ist abgeschlossen, ein neuer Standort in Bangkok kommt hinzu. Im September vereinbarte der Konzern außerdem den Verkauf des NOR-Flash- und F-RAM-Geschäfts an Winbond für 1,12 Milliarden US-Dollar in bar.

Analysten bleiben gelassen

Die Kursrückgänge ändern an den Einschätzungen der Analysten wenig. Barclays bestätigt „Buy“ mit einem Kursziel von 90 Euro, Jefferies sieht die Aktie sogar bei 96 Euro. Seit Jahresbeginn steht trotz der jüngsten Verluste noch ein Plus von rund 65 Prozent zu Buche.

Die Richtung der nächsten Tage dürfte daher weniger von Infineon selbst abhängen als von Ölpreis, Anleiherenditen und den Signalen der US-Notenbank. Fallen die Zahlen der großen Branchenplayer stark aus, könnte das den Sektor wieder stützen.

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