Infineon Aktie: Mittwoch-Zahlen mit 0,448 Euro EPS erwartet

Infineon präsentiert am Mittwoch Q3-Zahlen. Analysten erwarten deutliches Gewinnwachstum, JPMorgan sieht Potenzial für eine angehobene Prognose.

Die Kernpunkte:
  • Quartalszahlen am Mittwoch erwartet
  • Gewinnprognose: 0,448 Euro je Aktie
  • JPMorgan sieht Potenzial für Prognoseanhebung
  • onsemi meldet starke KI-Nachfrage

Infineon steht vor einem wichtigen Termin: Am Mittwoch legt der Chiphersteller seine Zahlen für das dritte Geschäftsquartal vor, das am 30. Juni endete. Die Erwartungen der Analysten sind hoch – und die Aktie hat sich zuletzt bereits spürbar erholt, bevor sie am 50-Tage-Durchschnitt wieder abprallte.

Analysten rechnen mit deutlichem Gewinnwachstum

Für das dritte Quartal erwarten Analysten einen Gewinn je Aktie von 0,448 Euro – nach 0,230 Euro im Vorjahresquartal. Beim Umsatz rechnet der Konsens mit 4,13 Milliarden Euro, ein Plus von 11,6 Prozent gegenüber den 3,70 Milliarden Euro aus dem Vorjahresquartal. Für das gesamte Geschäftsjahr taxieren die Schätzungen den Gewinn je Aktie auf 1,76 Euro nach 0,770 Euro im Vorjahr, den Umsatz auf 16,21 Milliarden Euro nach zuvor 14,66 Milliarden Euro. Sollten sich diese Werte bestätigen, würde Infineon damit eine deutliche Beschleunigung gegenüber dem Vorjahr zeigen.

Am Aktienmarkt ist die bevorstehende Zahlenvorlage bereits spürbar eingepreist. Das Papier schloss am Montag bei 62,32 Euro und hat allein in den vergangenen sieben Handelstagen um 7,52 Prozent zugelegt. Zum 50-Tage-Durchschnitt von 74,24 Euro liegt der Kurs damit aber noch immer 16,05 Prozent zurück – ein Hinweis darauf, dass die jüngste Erholung den Rückschlag der vergangenen Wochen erst teilweise ausgeglichen hat.

JPMorgan sieht Potenzial für eine angehobene Prognose

Rückenwind für die Aktie liefert eine Einschätzung von JPMorgan. Die Analysten des Hauses gehen in einem Research-Bericht vom 29. Juli davon aus, dass Infineon die Markterwartungen im dritten Quartal übertreffen wird, und stellen dem Konzern höhere Margen in Aussicht. Konkrete Zahlen zu einer möglichen Anhebung der Jahresprognose nennt JPMorgan zwar nicht, doch die Aussage nährt die Hoffnung, dass Infineon am Mittwoch nicht nur solide Zahlen, sondern auch einen optimistischeren Ausblick liefert.

Ein Fingerzeig, wie die Nachfrage im Halbleitersektor derzeit tickt, kommt vom US-Wettbewerber onsemi. Der Konzern meldete für das zweite Quartal einen Umsatz von 1,60 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 9 Prozent gegenüber dem Vorjahr, und hob die eigene Prognose für das dritte Quartal an – Umsatz von 1,65 bis 1,75 Milliarden Dollar, bereinigter Gewinn je Aktie zwischen 0,81 und 0,93 Dollar. Getragen wird dieses Wachstum vor allem von der Nachfrage aus KI-Rechenzentren, die sich laut onsemi im Jahresverlauf mehr als verdoppeln soll. Für Infineon ist das insofern relevant, als es zeigt: Die Nachfrage nach Leistungshalbleitern zieht in Teilen des Marktes bereits an, während das klassische Autogeschäft bei onsemi zuletzt leicht rückläufig war.

Gegenwind aus China und der Autobranche

Der positive Analystenausblick trifft auf ein schwieriges makroökonomisches Umfeld. Berichten zufolge exportieren chinesische Unternehmen wegen schwacher Binnennachfrage verstärkt ins Ausland und verdrängen deutsche Anbieter zunehmend – sowohl auf dem chinesischen Markt selbst als auch weltweit. Der Internationale Währungsfonds rechnet für 2026 mit einer Verschuldung des chinesischen Privatsektors von 323 Prozent der Wirtschaftsleistung, während China trotz Investitionen von mehr als 40 Prozent der Wirtschaftsleistung nur noch mit 4 bis 5 Prozent wächst. Ökonomen diskutieren bereits eine „Japanifizierung“ der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt – ein Szenario, das die exportabhängige deutsche Industrie zusätzlich belasten würde.

Auch aus der deutschen Automobilbranche kommen keine ermutigenden Signale: Premiumhersteller wie BMW und Mercedes-Benz verdienten im ersten Halbjahr in ihrem Kerngeschäft teils weniger als Volumenhersteller, ihre Aktien zählen trotz Rekorden im DAX zu den größten Verlierern des Börsenjahres. Da Infineon einen erheblichen Teil seines Umsatzes mit Automobilkunden erzielt, dürfte die Entwicklung der Autobranche am Mittwoch mit besonderem Interesse verfolgt werden – neben der Frage, ob der Konzern die von JPMorgan angedeutete Margenverbesserung tatsächlich liefern kann.

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