Infineon Aktie: Partnerschaft mit LS Electric

Infineon schließt Kooperation mit LS Electric für effizientere KI-Rechenzentren, dennoch fällt der Aktienkurs um 2,4 Prozent.

Die Kernpunkte:
  • Strategische Partnerschaft für Gleichstrom-Lösungen
  • Fokus auf drei Technologiebereiche
  • Aktie trotz Deal im Minus
  • Wachstumsmarkt KI-Rechenzentren bleibt intakt

Infineon meldet eine strategische Partnerschaft für die Stromversorgung von KI-Rechenzentren. Der Aktienkurs reagiert trotzdem mit einem Rückgang. Ein Widerspruch, der zeigt: Gute Nachrichten schützen aktuell nicht vor Kursdruck.

Der Chiphersteller hat eine Absichtserklärung mit dem südkoreanischen Konzern LS Electric unterzeichnet. Beide Firmen wollen gemeinsam Gleichstrom-Lösungen für KI-Rechenzentren entwickeln. Die Unterzeichnung fand am 10. Juli 2026 am Forschungsstandort von LS Electric in Anyang statt.

Drei Technologien gegen den Energiehunger der KI

Rechenzentren verbrauchen immer mehr Strom. Die Partnerschaft soll diesen Verbrauch effizienter machen. Infineon liefert die Leistungshalbleiter, LS Electric übernimmt Systemdesign und Integration.

Die Kooperation konzentriert sich auf drei Bereiche:

  • ESS PCS: Leistungsumwandlungssysteme für Energiespeicher
  • SST (Solid State Transformer): Halbleiterbasierte Transformatoren für effizientere Spannungsregulierung
  • SSCB (Solid State Circuit Breaker): Elektronische Schutzschalter für die Gleichstrom-Infrastruktur

Ziel ist es, Energieverluste in Rechenzentren deutlich zu senken.

Der Markt wächst rasant

Der Zeitpunkt der Partnerschaft ist kein Zufall. Marktstudien von Allianz Trade und iM Securities zeigen: Der weltweite Stromverbrauch von Rechenzentren könnte von 415 Terawattstunden im Jahr 2024 auf bis zu 945 Terawattstunden bis 2030 steigen. KI-Anwendungen sollen dann rund 40 Prozent dieses Verbrauchs ausmachen.

LS Electric spürt diesen Trend bereits deutlich. Im ersten Halbjahr 2026 meldete der Konzern Aufträge aus nordamerikanischen Rechenzentren über 1,2 Billionen Won, umgerechnet knapp 800 Millionen Euro. Das übertrifft bereits das gesamte Auftragsvolumen des Vorjahres.

Kurs unter Druck trotz Wachstumsstory

Die Infineon-Aktie notiert aktuell bei 71,05 Euro. Das bedeutet ein Tagesminus von 2,42 Prozent gegenüber dem Freitagsschluss von 72,81 Euro. Auf Sicht von 30 Tagen summiert sich der Verlust auf 10,81 Prozent.

Der Blick auf die längere Frist relativiert die aktuelle Schwäche allerdings. Seit Jahresbeginn steht die Aktie noch immer 85,48 Prozent im Plus. Zum 52-Wochen-Hoch von 89,67 Euro, erreicht am 3. Juni 2026, fehlen aktuell knapp 21 Prozent.

Analysten von BofA Securities stufen die aktuelle Kursschwäche im Halbleitersektor als „gesunde Rotation“ innerhalb des KI-Segments ein. Eine fundamentale Trendwende sehen sie darin nicht. Infineon liegt derzeit knapp 5 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 74,73 Euro, hält aber weiterhin deutlichen Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt von 48,50 Euro.

Der RSI-Wert von 42,7 signalisiert keine Überverkauft-Situation, deutet aber auf nachlassenden Kaufdruck hin. Mit einer Marktkapitalisierung von 94,38 Milliarden Euro bleibt Infineon eines der Schwergewichte im europäischen Technologiesektor.

Die Partnerschaft mit LS Electric liefert noch keine konkreten Umsatzzahlen für Infineon selbst. Ob sich das steigende Auftragsvolumen bei LS Electric künftig auch in den Halbleiterzahlen von Infineon niederschlägt, zeigen erst kommende Quartalsberichte.

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