Infineon Aktie: Rückenwind aus Idaho und Thailand
Microns Prognose stärkt die Chipbranche, während Infineon in Thailand eine neue Produktionsstätte mit zunächst 350 Beschäftigten eröffnet.

- Micron erwartet 60 bis 63 Milliarden Dollar Umsatz
- Infineon nimmt Werk in Thailand in Betrieb
- 350 Beschäftigte arbeiten derzeit am Standort
- Aktie steigt zeitweise um gut drei Prozent
Gleich zwei Nachrichten treiben Infineon am Donnerstag nach oben: Ein starker Ausblick des US-Speicherchipherstellers Micron hellt die Stimmung im gesamten Chipsektor auf. Hinzu kommt die Eröffnung einer neuen Fabrik in Thailand. Die Aktie legte auf Xetra zeitweise gut drei Prozent auf 61,43 Euro zu.
Micron lüftet die Stimmung
Micron stellte für das erste Geschäftsquartal einen bereinigten Umsatz von 60 bis 63 Milliarden Dollar in Aussicht. Analysten hatten bislang mit knapp 57 Milliarden Dollar gerechnet. Auch beim Gewinn je Aktie liegt die Prognose über den Erwartungen. Treiber sind der KI-Ausbau von Rechenzentren und stark gestiegene Preise für Speicherchips.
Infineon stellt keine Speicherchips her. Der Konzern profitiert dennoch vom Sog: Micron gilt als Gradmesser für den KI-getriebenen Branchenboom, entsprechend zogen am Morgen auch andere deutsche Chipwerte wie Aixtron, Suss Microtec oder Siltronic an. In Asien legten die Börsen in Tokio und Seoul kräftig zu, die Nasdaq steuerte auf ein Rekordniveau zu.
Neue Fabrik in Samut Prakan
Infineon hat im thailändischen Samut Prakan südlich von Bangkok ein neues Werk eröffnet. Aktuell arbeiten dort 350 Menschen. Mit dem Hochlauf des ersten von fünf möglichen Modulen soll die Belegschaft auf 1.000 wachsen.
Langfristig könnte der Standort zum größten Backend-Werk des Konzerns werden. Im Backend werden Wafer zerteilt, weiterverarbeitet und getestet. Bislang flossen nach Unternehmensangaben niedrige dreistellige Millionenbeträge in die Anlage. Der Bau dauerte 14 Monate. Es ist der 13. Produktionsstandort weltweit.
Der Schritt fügt sich in eine Reihe von Kapazitätserweiterungen ein. Erst im Sommer eröffnete Infineon eine neue Fabrik in Dresden. Marktbeobachter dürften die Expansion als Signal werten, dass der Konzern mit anhaltender Nachfrage nach Leistungshalbleitern rechnet.
Der nächste Termin steht bereits fest: Im November legt Infineon seine nächsten Geschäftszahlen vor. Dann zeigt sich, wie stark die Nachfrage aus dem KI-Umfeld tatsächlich in den Büchern ankommt.
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