Infineon Aktie: Schlusslicht im DAX

Infineon fällt im DAX deutlich zurück, nachdem enttäuschende Signale von On Semiconductor Sorgen um Leistungshalbleiter und Autoelektronik schüren.

Die Kernpunkte:
  • Infineon verliert rund zwei Prozent
  • On Semiconductor enttäuscht beim Investorentag
  • Umsetzungsrisiken belasten die Wachstumsstrategie
  • Automobilelektronik bleibt gemeinsamer Belastungsfaktor

Am Donnerstag zieht ein Kurseinbruch in den USA einen ganzen Sektor in Europa mit nach unten. Infineon verliert im DAX-Handel rund 1,7 bis 2 Prozent auf etwa 54 Euro und ist damit das Schlusslicht des deutschen Leitindex. STMicroelectronics gibt ebenfalls nach. Auffällig: Während viele europäische Profiteure des KI-Trends wie Siemens Energy und Hochtief zulegen, geraten ausgerechnet die Chiphersteller unter Druck.

On Semiconductor als Auslöser

Der Grund liegt nicht bei Infineon selbst, sondern beim US-Konkurrenten On Semiconductor. Bei seinem Investorentag am Mittwoch stellte der Konzern seine langfristige Wachstumsstrategie vor – die Präsentation blieb hinter den Erwartungen zurück. Die Aktie brach im späten US-Handel um neun Prozent ein.

Als Belastung nannten Marktteilnehmer vor allem Umsetzungsrisiken bei der „Embedded Power Platform“, mit der On Semiconductor einen Markt von 213 Milliarden Dollar erschließen will. Jefferies-Analyst Blayne Curtis bemängelte zudem einen gedämpften Margenausblick. Der Kursrutsch strahlte auf vergleichbare US-Chipwerte wie Texas Instruments und NXP aus.

Infineon und STMicroelectronics vollziehen diese Bewegung offenbar nach, weil beide Unternehmen einen ähnlichen Kompetenzschwerpunkt haben. Zwar gelten beide inzwischen auch als Profiteure des KI-Booms, ihr Geschäft bleibt aber stark von klassischen Anwendungen wie der Leistungselektronik abhängig – einem Bereich, der besonders für die Automobilindustrie wichtig ist. Genau dort dominieren aktuell Sorgen über die Branchenstrategie von On Semiconductor die Stimmung.

Im vorbörslichen US-Handel zeichnete sich zwar eine leichte Erholung bei den betroffenen Werten ab, die den Abgabedruck aber nur milderte. Die Ansteckung zeigt, wie eng die Kursentwicklung der europäischen Leistungshalbleiter-Hersteller inzwischen an die Nachrichtenlage ihrer US-Wettbewerber gekoppelt ist – trotz eigenständiger KI-Fantasie bleibt die klassische Automobilelektronik der gemeinsame Nenner, der die Aktien in solchen Momenten zusammen nach unten zieht.

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