Infineon Aktie: Wachstum finanziert

Der Halbleiterkonzern finanziert sich mit einer neuen Anleihe über 2 Mrd. Euro und erweitert sein Portfolio durch den Kauf von Sensortechnologie. Zudem liefert er SiC-Chips für Toyotas Elektroauto.

Die Kernpunkte:
  • Platzierung von Unternehmensanleihen über 2 Milliarden Euro
  • Übernahme von Sensoren-Portfolio für 570 Millionen Euro
  • Toyota nutzt CoolSiC-Chips im Elektroauto bZ4X
  • Strategische Finanzierung für Akquisitionen und Refinanzierung

Infineon zieht die nächsten strategischen Fäden – und sichert sich dafür gleich doppelt Rückenwind: frisches Geld über den Anleihemarkt und ein konkreter Technologie-Erfolg im E-Auto-Geschäft. Entscheidend ist jetzt, wie sauber Finanzierung, Zukauf und operatives Momentum zusammenpassen.

Gestern und heute platzierte der Halbleiterkonzern Unternehmensanleihen über insgesamt 2,0 Milliarden Euro. Das Kapital soll sowohl Übernahmepläne stützen als auch bestehende Verbindlichkeiten refinanzieren. Am Markt bleibt die Reaktion zunächst ruhig: Die Aktie notiert heute bei 42,26 Euro (-0,18%) und liegt damit nur rund 2,7% unter dem 52‑Wochen‑Hoch von 43,42 Euro.

2 Milliarden Euro über Anleihen – und wofür das Geld gedacht ist

Infineon hat die Finanzierung in drei Tranchen gestaffelt und nach eigenen Angaben ein mehrfach überzeichnetes Orderbuch gesehen. Das spricht vor allem für solide Nachfrage institutioneller Investoren und passt zum S&P-Rating BBB+.

Die wichtigsten Konditionen und Eckdaten:
Anleihevolumen: 2,0 Mrd. Euro (platziert am 10./11.02.2026)
Tranchen: 5 Jahre (750 Mio. Euro, 3,0% Kupon), 8 Jahre (750 Mio. Euro, 3,5%), 11 Jahre (500 Mio. Euro, 3,75%)
Verwendung: Tilgung von Bankkrediten aus der Marvell-Akquisition sowie Refinanzierung 2026 fälliger Verbindlichkeiten

Unterm Strich verschafft sich Infineon damit planbare Laufzeiten – und hält gleichzeitig finanziellen Spielraum für die nächste Portfolio-Erweiterung.

Zukauf bei ams Osram: Sensoren als Ergänzung

Ein zentraler Baustein ist der geplante Erwerb des nicht-optischen Sensorportfolios von ams Osram. Vereinbart ist ein Kaufpreis von 570 Millionen Euro. Zum Paket gehören Analog- und Mixed-Signal-Sensoren für Anwendungen in Automobil, Industrie und Medizin.

Das Management erwartet dadurch zusätzlichen Jahresumsatz von rund 230 Millionen Euro. Außerdem sollen etwa 230 Mitarbeiter aus F&E und Management zu Infineon wechseln. Der Abschluss der Transaktion ist für das zweite Quartal 2026 vorgesehen. CEO Jochen Hanebeck ordnet den Schritt strategisch ein – unter anderem mit Blick auf Wachstumsmärkte wie humanoide Robotik.

Toyota setzt auf CoolSiC: Rückenwind aus der E-Mobilität

Parallel zur Finanzierungsseite liefert Infineon auch operativ eine greifbare Nachricht: Toyota will in seinem Elektrofahrzeug bZ4X auf Infineons CoolSiC-MOSFETs setzen. Die Siliziumkarbid-Chips (SiC) kommen im On-Board-Charger sowie im DC/DC-Wandler zum Einsatz.

Der Nutzen ist klar umrissen: höhere Effizienz und thermische Belastbarkeit – was laut Darstellung schnellere Ladezeiten und eine bessere Reichweite unterstützt. Genau solche SiC-Anwendungen zählen derzeit zu den Segmenten, die in einem insgesamt gemischten Halbleitermarkt vergleichsweise robust wachsen.

Zum nächsten Prüfstein wird das zweite Quartal 2026: Dann soll der ams-Osram-Deal abgeschlossen werden – und die heute aufgenommene Finanzierung muss zeigen, dass sie nicht nur günstig wirkt, sondern die strategischen Schritte auch reibungslos möglich macht.

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