Infineon Aktie: Warburg senkt auf Hold, Kursziel 84 Euro

Infineon-Aktie stürzt nach Rekordhoch um 13 Prozent ab. Auslöser sind starke US-Jobdaten und ein enttäuschender Broadcom-Ausblick.

Die Kernpunkte:
  • Fast 13 Prozent Kursverlust am Freitag
  • US-Arbeitsmarkt bremst Zinssenkungshoffnungen
  • Broadcom-Ausblick belastet gesamten Chipsektor
  • Warburg Research stuft Aktie herab

Mittwoch Allzeithoch, Freitag Absturz. Infineon erlebte diese Woche eine der heftigsten Kursbewegungen im DAX — und das innerhalb von nur 48 Stunden.

Am Freitag brach die Aktie um fast 13 Prozent ein und schloss bei 74,51 Euro. Trotzdem steht seit Jahresbeginn noch ein Plus von gut 94 Prozent auf der Tafel. Der Rücksetzer macht schmerzhaft deutlich, wie schnell sich Stimmungen an hochgelaufenen Titeln drehen können.

Starke US-Jobs treffen Tech-Werte hart

Der Auslöser kam aus den USA. Die Arbeitsmarktdaten für Mai überraschten massiv: 172.000 neue Stellen außerhalb der Landwirtschaft — mehr als doppelt so viele wie die erwarteten 85.000. Für die Wirtschaft klingt das gut. Für Technologiewerte ist es ein Problem.

Ein robuster Arbeitsmarkt gibt der Fed wenig Grund, die Zinsen zu senken. US-Renditen stiegen, der Dollar wertete auf. Zinssensitive Titel wie Infineon geraten in diesem Umfeld unter Druck. Kein Wunder, dass der Abverkauf prompt einsetzte.

Broadcom zündet die Bombe im Chipsektor

Infineon war kein Einzelfall. Der gesamte Halbleitersektor brach ein — ausgelöst durch einen enttäuschenden Ausblick von Broadcom. Das schürte Zweifel, ob der KI-Boom wirklich so nachhaltig ist wie erhofft. Der Philadelphia Semiconductor Index verlor zeitweise Marktwert in Billionenhöhe. Es war der schwerste Einbruch seit März 2020.

Im europäischen Vergleich kamen STMicroelectronics und ASML mit Verlusten von rund fünf bzw. drei Prozent glimpflicher davon. Infineon traf es besonders hart — auch weil die Aktie in den 30 Tagen zuvor um 25 Prozent gestiegen war. Wer Gewinne einstreicht, tut das nach solchen Rallyes.

Warburg Research zieht die Bremse

Flankiert wurde der Kurssturz durch eine Abstufung von Warburg Research. Die Analysten senkten das Rating von „Buy“ auf „Hold“ und sehen bei einem Kursziel von 84 Euro vorerst begrenztes Aufwärtspotenzial. Als Begründung nennen sie, dass Infineon beim Segmentergebnis für das zweite Quartal leicht hinter den Erwartungen geblieben ist — auch wenn der Ausblick auf das dritte Quartal leicht angehoben wurde.

Der RSI hat sich durch den Kursrutsch auf 55 neutralisiert. Die zuvor überkaufte Lage ist damit vorerst abgebaut. Ob das für eine Stabilisierung reicht, hängt maßgeblich davon ab, welche Signale Zentralbanker in der kommenden Woche zur Zinspolitik senden — und ob große Tech-Konzerne wie Meta oder Alphabet ihre KI-Investitionspläne bekräftigen oder zurückrudern.

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