Infineon Aktie: Warburg stuft auf Buy hoch, Morgan Stanley senkt

Infineon vertieft die SolarEdge-Kooperation für KI-Rechenzentren, während Morgan Stanley und Warburg Research die Aktie unterschiedlich bewerten.

Die Kernpunkte:
  • Kooperation mit SolarEdge ausgebaut
  • Absichtserklärung mit Skeleton Technologies
  • Morgan Stanley senkt Kursziel
  • Warburg Research hebt Einstufung an

Infineon baut seine Position im Geschäft mit Rechenzentren weiter aus. Der Halbleiterkonzern hat seine Zusammenarbeit mit SolarEdge für Solid-State Circuit Breaker-Technologie erweitert, die in 800-Volt-Gleichstromarchitekturen für KI- und Hyperscale-Rechenzentren zum Einsatz kommt. Die Kooperation gilt als zentraler Baustein der Infineon-Strategie, vom rasant wachsenden Energiebedarf großer Rechenzentren zu profitieren.

Mehrere Partnerschaften parallel

Die Erweiterung mit SolarEdge steht nicht isoliert. Anfang des Monats hatte Infineon bereits eine Absichtserklärung mit Skeleton Technologies unterzeichnet, die auf hocheffiziente und resiliente Stromversorgungslösungen für moderne Rechenzentren zielt.

Beide Vorhaben zeigen, dass Infineon sein Portfolio rund um die Stromversorgung von Hochleistungsrechenzentren systematisch verbreitert – ein Feld, das angesichts des Booms bei KI-Infrastruktur als eines der wichtigsten Wachstumsfelder der Chipbranche gilt.

Daneben treibt Infineon auch andere Geschäftsfelder voran. Gemeinsam mit mPTech wird die SECORA-Wallet-Technologie in eine neue Hammer-Smartwatch integriert, deren Markstart in Europa für November vorgesehen ist.

Zudem waren gehärtete HiRel-Power-Bauteile des Unternehmens an Bord des kürzlich gestarteten Nancy-Grace-Roman-Weltraumteleskops der NASA verbaut – ein Beleg für die Reichweite der Infineon-Technologie über klassische Industrie- und Automobilanwendungen hinaus.

Analysten uneins über Datencenter-Potenzial

Die Ausweitung des Rechenzentrumsgeschäfts trifft auf ein gespaltenes Analystenbild. Morgan Stanley stufte Infineon am Dienstag von „Overweight“ auf „Equal-Weight“ zurück und senkte das Kursziel auf 65 Euro. Die Bank begründete den Schritt mit einem aus ihrer Sicht vorerst begrenzten Aufwärtspotenzial im Datencenter-Geschäft.

Einen Tag zuvor hatte Warburg Research die entgegengesetzte Richtung eingeschlagen und Infineon von „Hold“ auf „Buy“ hochgestuft, das Kursziel bei 84 Euro belassen. Warburg verwies zur Begründung auf die inzwischen gesunkene Bewertung des Titels sowie auf ein beschleunigtes Wachstum bei Chips für KI-Rechenzentren – also just jenes Segment, das Morgan Stanley skeptisch beurteilt.

Diese Gegensätzlichkeit spiegelt eine grundsätzliche Unsicherheit am Markt wider, wie schnell und wie stark Infineon vom KI-Infrastrukturboom tatsächlich profitieren wird.

Kurs bleibt unter Druck

Der Aktienkurs zeigt sich von der News-Dichte der vergangenen Wochen bislang wenig beeindruckt. Nach einem kräftigen Kurssprung am Freitag um 4,5 Prozent notiert das Papier bei 58,06 Euro. Auf Sicht von 30 Tagen steht dennoch ein Minus von 7,9 Prozent zu Buche – ein Nachhall der vor über einem Monat vorgelegten Quartalszahlen, deren Wirkung den Titel seither belastet.

Trotz der jüngsten Schwäche bleibt die längerfristige Kursentwicklung beeindruckend: Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 54 Prozent zu Buche. Für Anleger bedeutet die aktuelle Gemengelage aus operativen Fortschritten im Rechenzentrumsgeschäft und divergierenden Analystenmeinungen, dass die Bewertung der KI-Wachstumsstory vorerst umkämpft bleibt.

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