Infineon kommt in Amerika nicht zum Zug

US-amerikanische Behörden verhindern die nächste Übernahme, in die eine deutsche Firma involviert ist. Diesmal hat es Deutschlands größten Halbleiterhersteller Infineon getroffen, der eine geplante Übernahme in den USA nicht durchführen kann.

Wie Infineon mitteilte, kann die geplante Übernahme des US-Chipkonzerns Wolfspeed aufgrund von Sicherheitsbedenken der US-Behörden nicht umgesetzt werden. Wolfspeed ist auch im Bereich militärischer Anwendungen aktiv, weshalb der zuständige Genehmigungsausschuss CFIUS Infineon und der Wolfspeed-Muttergesellschaft Cree mitgeteilt hatte, dass man eine Übernahme als Risiko für die nationale Sicherheit einstufen.

Ursprünglich sollte Wolfspeed dem deutschen Unternehmen helfen, eine Expertise in neuen Halbleiter-Materialien aufzubauen. Derzeit werden Chips hauptsächlich auf Silizium-Basis hergestellt. Wolfspeed hätte hier seine schon vorhandenen Erfahrungen mit Materialien wie Siliziumkarbid und Galliumnitrid einbringen können. Mit deren Hilfe könnten beispielsweise kleinere und effizientere Ladegeräte für Elektroautos gebaut werden.

Doch diese Pläne sind nun alle Makulatur, da unter dem Sicherheitsaspekt wohl auch eine weitere Zusammenarbeit eher unwahrscheinlich erscheint. Neben der Absage hat Infineon dabei auch noch einen kleinen finanziellen Schaden. Denn man muss nun an die eine Vertragsstrafe von 12,5 Millionen Dollar zahlen.

Die Börse reagiert auf die Absage der Übernahme natürlich mit entsprechenden Abschlägen. Aktuell ist die Aktie von Infineon mit einem Abschlag von rund 1,4% größter Verlierer im DAX.

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