Infineon: Wie gefährlich wird die neue Konkurrenz?

Der deutsche Halbleiterhersteller Infineon steht seit Wochen unter starkem Druck am Aktienmarkt. Was auch damit zu tun hat, dass die Konkurrenz deutlich aufrüstet. Ganz aktuell war es die japanische Resenas, hinter NXP Semiconductors in den USA und Infineon die Nummer 3 bei Mikroprozessoren für die Automobilindustrie, die für Schlagzeilen sorgte.

Resenas hat für 7,2 Milliarden Dollar (inklusive Schulden) den US-Wettbewerber Integrated Device Technologies (IDT) übernommen. Damit könnte Resenas eine wichtige Lücke im bisherigen Produktportfolio schließen.

Resenas besetzt Trendthemen

Denn IDT ist insbesondere für Komponenten und Systeme für Funknetzwerke und Sensoren bekannt. Dies sind Elemente, die in den Trendthemen autonomes Fahren und Internet der Dinge immer mehr an Gewicht gewinnen. Resenas, die rund die Hälfte ihres Umsatzes im Automobilsektor erwirtschaftet, könnte nun insbesondere Infineon durch eine bessere und integrierte Produktpalette auf den Leib rücken.

Verliert Infineon den Platz 2?

Das spezielle Problem für Infineon dabei: Man selbst dürfte beim externen Wachstum derzeit nur kleine Brötchen backen können. Erinnert sei an die gescheiterte Übernahme von Wolfsspeed im vergangenen Jahr. Damals hatten die USA wegen Sicherheitsbedenken ihr Veto eingelegt. Resenas liegt hinsichtlich der Marktanteile mit 10 % nach zuletzt verfügbaren Zahlen nur 0,8 Prozentpunkte hinter Infineon. Wobei eine Rolle spielt, dass die Neuerwerbung IDT bislang nur relativ wenig im Automobilsektor Geschäfte macht. Hier könnte Resenas durch die neue Kombination kräftig aufholen und womöglich Infineon vom zweiten Platz verdrängen.

Wie geht es mit der Aktie weiter?

Dies alles spiegelt sich auch in der Infineon-Aktie wider. Nach Bekanntwerden der Übernahme stürzte Infineon auf den tiefsten Stand seit Juli 2017. Auch wenn es am Donnerstag eine leichte Gegenbewegung gab, bleibt die Charttechnik extrem angeschlagen. Zwar signalisieren die technischen Indikatoren derzeit eine überverkaufte Situation. Doch für eine wirkliche Trendwende müsste Infineon mindestens das Niveau um 20,70 Euro überwinden. Alles darunter wäre wohl nur eine technische Gegenreaktion gegenüber den jüngsten Verlusten und kaum nachhaltig.

sentifi.com

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