Inline-Optionsscheine: Renditestarke Exoten

Steigt oder fällt ein Aktienkurs, bieten sich Anleger klassische Optionsscheine an, mit denen sie überproportional profitieren können. Allerdings verlieren diese Finanzprodukte an Wert, wenn der Kurs des jeweiligen Basiswertes in einem Seitwärtstrend verharrt. Über eine solche Entwicklung freuen sich hingegen die Besitzer von Inline-Optionsscheinen.

© Fotolia / Björn Wylezich
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Einerseits gibt es aufgrund der extrem niedrigen Zinsen kaum noch interessante Alternativen zu Aktien. Aber andererseits sind viele Blue Chips keine Schnäppchen mehr, weswegen sich deren Kurse mittelfristig seitwärts bewegen dürften. Angesichts dieser Perspektiven sollten Anleger einen Blick auf Inline-Optionsscheine werfen – sie zählen zu den exotischen Optionsscheinen und werden unter anderem von dem französischen Bankkonzern Société Générale emittiert.

Wichtige Faktoren: Restlaufzeit des Optionsscheines und die Volatilität des Basiswertes

 Je kürzer die Restlaufzeit eines klassischen Optionsscheins ist, desto geringer ist sein Zeitwert. Bei einem Inline-Optionsschein treibt hingegen die kürzer werdende Restlaufzeit den Kurs nach oben. Erwähnenswert ist diesbezüglich das Theta – es ist eine Kennzahl, die ausdrückt, wie sich der Wert eines Optionsscheins verändert, wenn sich die Restlaufzeit um einen Tag verkürzt.

Von großer Bedeutung ist auch das Vega. Je höher das Vega ist, umso stärker reagiert der Kurs eines Optionsscheines auf Veränderungen der Volatilität des Basiswertes. Generell wirkt sich eine geringe Volatilität einer Aktie positiv auf die Wertentwicklung eines darauf basierenden Inline-Optionsscheines aus.

Totalverlust-Risiko beachten!

 Inline-Optionsscheine sind mit einer unteren und einer oberen Knock-Out-Barriere ausgestattet, die gemeinsam einen Korridor bilden, in dem sich der Kurs des Basiswertes während der Laufzeit bewegen sollte. Solange der Kurs des Basiswertes bis zum finalen Bewertungstag weder die untere noch die obere Knock-Out-Barriere erreicht oder durchbricht, erhält der Anleger am Laufzeitende zehn Euro pro Inline-Optionsschein.

Erreicht oder durchbricht der Kurs des Basiswertes jedoch während der Laufzeit die untere oder obere Knock-Out-Barriere, erhält der Anleger vom Emittenten 0,001 Euro pro Inline-Optionsschein, was quasi einem Totalverlust des eingesetzten Kapitals entspricht.

Zwei wichtige Auswahlkriterien

Anleger sollten bevorzugt Inline-Optionsscheine mit einer Restlaufzeit von wenigen Monaten ordern. Schließlich lässt sich die langfristige Entwicklung von Aktienkursen, Indexständen, Rohstoffpreisen und Wechselkursen von Währungen nicht sonderlich gut prognostizieren. Sinnvoll ist es zudem, auf einen großen Abstand des Basiswert-Kurses zu den zwei Knock-Out-Schwellen zu achten.

Unter Berücksichtigung dieser beiden Auswahlkriterien entdeckt man beispielsweise einen Inliner auf die Bayer-Aktie (WKN: SE6WVU), der mit Knock-Out-Schwellen bei 78,00 und 118,00 Euro ausgestattet ist. Der finale Bewertungstag dieses Finanzproduktes ist der 17. März 2017. Erreicht oder durchbricht der Kurs der Bayer-Aktie die beiden Knock-Out-Barrieren bis dahin nicht, erhalten die Besitzer dieses Inliners am 24. März 2017 eine Gutschrift von zehn Euro pro Optionsschein. Basierend auf einem Briefkurs von 6,11 Euro errechnet sich somit eine Rendite von rund 63,7 Prozent.

Aus Anlegersicht interessant ist, dass Bayer-Vorstandschef Werner Baumann jüngst die Gewinnprognose für das Geschäftsjahr 2016 erhöht hat. Er erwartet nun einen Anstieg des bereinigten Gewinns je Anteilschein im oberen einstelligen Prozentbereich. Im Juli hatte er noch eine Steigerung im mittleren bis oberen einstelligen Prozentbereich angepeilt.

Henkel-Vorzugsaktie ist ziemlich hoch bewertet

Am 8. November 2016 wird der Konsumgüterkonzern Henkel die Zahlen für das dritte Quartal 2016 veröffentlichen, die gut ausfallen dürften. Auch der Ausblick sollte die Marktteilnehmer überzeugen, da Vorstandschef Hans Van Bylen sowohl in den Schwellenländern als auch in den ausgereiften Märkten Wachstumsmöglichkeiten für Henkel sieht. Unabhängig davon ist die Henkel-Vorzugsaktie mit einem 2017er-KGV von 20,4 ziemlich hoch bewertet.

Deshalb dürfte sie sich mittelfristig nur geringfügig verteuern. Vor diesem Hintergrund eignet sich ein Henkel-Inliner (WKN: SE550N) als Depotbeimischung. Dessen Knock-Out-Schwellen befinden sich bei 96,00 und 142,00 Euro. Die Laufzeit ist dieselbe wie bei dem Bayer-Inliner.

Lukrative Alternative zur Commerzbank-Aktie

 Ebenfalls im März 2017 fällig wird ein Commerzbank-Inliner (WKN: SE55WV), der mit Knock-Out-Schwellen bei 3,90 und 7,60 Euro ausgestattet ist. Im aktuellen Kurs des Anteilscheins der zweitgrößten Bank Deutschlands dürften die bislang veröffentlichten negativen Unternehmensnachrichten eingepreist sein. Große Kurszuwächse sind bei der Commerzbank-Aktie vorerst leider nicht zu erwarten.

Denn der Konzernumbau wird erst Ende 2020 abgeschlossen und die Jahre 2017 und 2018 sind laut Finanzvorstand Stephan Engels Übergangsjahre für die Commerzbank. Daher ist der Commerzbank-Inliner eine lukrative Alternative zu dem DAX-Titel. Damit lässt sich eine Rendite von 31,9 Prozent erzielen (basierend auf einem Briefkurs von 7,58 Euro).

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